Livedoor-GrĂĽnder bekommt Haftverschonung
Gegen eine Kaution von 300 Millionen Yen darf Takafumi Horie auf freien Fuß. Ihm wird unter anderem Bilanzfälschung vorgeworfen.
Der Gründer und ehemalige Präsident des japanischen Internet-Dienstleisters Livedoor, Takafumi Horie, ist gegen eine Kaution von 300 Millionen Yen (2 Millionen Euro) aus der Untersuchungshaft entlassen worden. Das berichtet die japanische Tageszeitung Asahi Shimbun. Der einst als Bill Gates Japans gefeierte Internet-Unternehmer war im Januar mit drei weiteren Managern seiner Firma wegen des Verdachts der Verbreitung falscher Finanzinformationen verhaftet worden. Noch Mitte März hatte ein Bezirksgericht in Tokio einen Antrag auf Haftverschonung abgelehnt. Diesmal wies das Gericht Anträge der Staatsanwaltschaft zurück, die befürchtete, Horie könne die Gelegenheit nutzen, um Beweise zu beseitigen.
Gegen Horie sowie den Livedoor-Vorstand Fumito Kumagai wird unter anderem wegen Kursmanipulation im Zusammenhang mit einer Firmenübernahme sowie Bilanzfälschung ermittelt. Die Haftbefehle gegen drei weitere Livedoor-Manager, die gemeinsam mit Horie und Kumagai verhaftet worden waren, hob das Gericht hingegen auf. Die Livedoor-Aktie wurde Mitte April an der Tokio Stock Exchange beim Stand von 94 Yen vom Handel genommen, nachdem sie seit Januar mehr als zwei Drittel ihres Wertes verloren hatte. Die Livedoor-Affäre hatte im Januar erstmals in der Geschichte der Börse in Tokio dafür gesorgt, dass der gesamte Handel ausgesetzt wurde. Da die Zahl der Transaktionen möglicherweise die Kapazität des Handelssystems überstiegen hätte, war der Handel 20 Minuten vor dem regulären Schluss beendet worden. (anw)