Chinesische Kartellwächter verzögern Übernahme von Motorola-Sparte durch NSN
Auch im laufenden Quartal wird die Übernahme des größten Teils von Motorolas Mobilfunknetzgeschäft voraussichtlich nicht abgeschlossen.
Die Übernahme des größten Teils von Motorolas Mobilfunknetzgeschäft durch Nokia Siemens Networks (NSN) wird voraussichtlich nicht im laufenden Quartal abgeschlossen. Das geht aus einer Mitteilung des finnisch-deutschen Gemeinschaftsunternehmens hervor. Als Grund gibt NSN an, dass die Übernahme weiterhin von den chinesischen Kartellwächtern begutachtet wird. Die Untersuchungen hätten Phase 3 des Überprüfungsprozesses des Anti-Monopol-Büros des chinesischen Handelsministeriums erreicht, teilt NSN mit.
NSN hatte im Juli 2010 bekannt gegeben, einen Großteil des Ausrüstergeschäfts für Mobilfunknetze des US-Unternehmens für 1,2 Milliarden US-Dollar übernehmen zu wollen. Ursprünglich war geplant, die Übernahme bis Ende 2010 abzuschließen; Ende Dezember 2010 ging NSN vom ersten Quartal 2011 aus. Im Januar 2011 reichte der chinesische Netzausrüster Huawei bei einem US-amerikanischen Bundesbezirksgericht Wettbewerbsklage gegen die Übernahme ein. Der Kläger hat seit dem Jahr 2000 mit Motorola zusammengearbeitet und befürchtet nun, dass Geschäftsgeheimnisse in die Hände von NSN fallen.
NSN ist eine Kooperation zu gleichen Teilen zwischen dem weltweit größten Handy-Hersteller Nokia sowie dem deutschen Siemens-Konzern. Unter der ausschließlich bei Nokia in Finnland angesiedelten operativen Führung hat NSN seit Längerem das Ziel verfolgt, auf dem US-Markt stärker Fuß zu fassen. (anw)