NEC zieht Handyfertigung aus China ab
Der japanische Konzern schließt sein chinesisches Werk für 2.5G-Handys und will sich in Zukunft auf die Mobilfunktechnik der dritten Generation konzentrieren.
Der japanische Elektronikkonzern NEC plant, sich aus dem Mobilfunkgeschäft in China zurückzuziehen. Wie chinesische Medien berichten, hat NEC am vergangenen Mittwoch den Produktionsstopp in seinem Werk in Wuhan bekannt gegeben und erklärt, keine weiteren Modelle mehr auf dem chinesischen Markt anzubieten. Die Mitarbeiter in der Fertigung werden weitgehend ihre Jobs verlieren, auch Arbeitsplätze in Marketing und Vertrieb sollen betroffen sein. Wie viele Stellen betroffen sind, sagte eine NEC-Sprecherin nicht. Insgesamt beschäftigt der japanische Konzern in China etwa 1000 Mitarbeiter an sieben Standorten.
NEC reagiert damit auf den ausbleibenden Erfolg seiner Geräte in China und Verluste der Mobilfunksparte, die sich im laufenden Geschäftsjahr mit 48 Milliarden Yen (317 Millionen Euro) auf das Dreifache der ursprünglichen Erwartungen summieren wird. Die NEC-Sprecherin erklärte, das Unternehmen wolle sich im Rahmen einer Neuordnung des weltweiten Handygeschäfts auf Geräte der dritten Generation (UMTS) konzentrieren. Erst im Frühjahr hatte NEC über 200 Millionen US-Dollar in das Werk in Wuhan investiert, um es auf 3G-Technik vorzubereiten.
China gilt als der größte Handymarkt weltweit, hat bisher aber kein Mobilfunknetz der dritten Generation. Der Markt für GSM/GPRS-Handys ist schwer umkämpft und wird den Weltmarktführern Nokia und Motorola sowie von nationalen Herstellern dominiert. Vor NEC haben sich hier auch andere große Hersteller wie Toshiba, Mitsubishi und Panasonic blutige Nasen geholt.
NEC versucht im Rahmen der Neuordnung der Mobilsparte Synergieeffekte durch Kooperationen mit Wettbewerbern zu erzielen. Die Entwicklung neuer 3G-Technologien hat NEC in ein gemeinsam mit Konkurrent Matsushita gegründetes Joint-Venture ausgelagert. Ebenfalls mit Matsushita entwickelt NEC neue Handyplattformen, an denen auch der Chiphersteller Texas Instruments beteiligt ist. (vbr)