SGI wickelt Mumie aus

In seinem Reality Center stellte Computergrafik-Spezialist SGI die Aufbereitung des aufwendigen CT-Scans einer 2000 Jahre alten ägyptischen Kindermumie vor.

vorlesen Druckansicht 138 Kommentare lesen
Lesezeit: 1 Min.
Von
  • Mattias Hermannstorfer

Ägyptologen und staunende Besucher waren am gestrigen Mittwoch mit dem Reality Center von Workstation-, Server- und Visualisierungsspezialisten SGI Zeugen der virtuellen Entwicklung einer 2000 Jahre alten Kindermumie aus Ägypten. Für das British Museum hatte SGI bereits eine ähnliche Aktion durchgeführt und zu einer eigenen Show entwickelt.

Seit Mai hatten sich Wissenschaftler des Ägyptischen Museums von San José, der Stanford-Universität und Techniker von SGI die Mumie vorgeknöpft. "Sherit" lag zuvor bereits seit 75 Jahren im Museum. Sie wurde von einem AXIOM-Computertomographen von Siemens 60.000-mal durchleuchtet und anschließend von der aus Deutschland stammenden Voxel-Software von Volume Graphics auf einem SGI-Prism-Rechner mit 25 Prozessoren zu einer 92 GByte großen Bilddatenbank aufbereitet. Resultat ist die virtuelle Aufteilung der Mumie in millimeterdünne Schichten, die den Forschern eine genaue Untersuchung ohne die nicht nur ethisch bedenkliche Öffnung der Mumie erlaubt.

Nach vorläufigen Untersuchungen war das Kind zum Zeitpunkt des Todes vor etwa 2000 Jahren vermutlich vier bis sechs Jahre alt und weiblich, die Herkunft ist bislang jedoch unbekannt. Hieroglyphen-Inschriften auf der Tuchinnenseite geben Auskunft über die Eltern und deren Verhältnisse. Die Forscher wollen das Verfahren in Zukunft vor allem für die vielen anonymen Mumien einsetzen, die noch in den diversen Museen lagern. (mhe)