Radar für Gefahrenanalyse bei Sonnenstürmen
Ein US-Forschungsinstitut hat ein Radarsystem entwickelt, um die Auswirkungen von Sonnenstürmen auf weltweite Elektronik-Infrastruktur zu untersuchen.
Das Forschungsinstitut SRI im kalifornischen Menlo Park hat zwei Prototypen eines Radarsystems fertig gestellt, mit dem sich Auswirkungen von Sonnenstürmen auf die weltweite elektronische Infrastruktur untersuchen lassen. Ein System wurde in Alaska, ein zweites in Peru stationiert, berichtet die Silicon-Valley-Tageszeitung San Jose Mercury News.
Das von der National Science Foundation (NSF) mit 44 Millionen US-Dollar geförderte Advanced Modular Incoherent Scatter Radar ist vorerst nur eine kleine, portable Überwachungslösung für das Wetter in den oberen Schichten der Atmosphäre. Jede Anlage der Anfang nächsten Jahres betriebsbereiten, großen Systeme wird aus zwei Radarsendern zu je 128 Panels bestehen. Die beiden Schirme überdecken zusammen flächenmäßig etwa ein Drittel eines Fußballfelds, jedes Panel wiederum besteht aus 32 Antennen. Die ausgesendeten und an Objekten in der oberen Atmosphärenschicht reflektierten Radarstrahlen liefern Informationen über deren Struktur und chemische Zusammensetzung.
Nach Ansicht des Chefs der National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA), Ron Zwickl, richten Sonnenstürme schnell Schäden in Milliardenhöhe an. Welcher Zweig der Privatwirtschaft wie stark von den Sonnenstürmen betroffen ist, konnte bislang jedoch niemand genau ermitteln. Die Firmen ihrerseits halten sich diesbezüglich meist bedeckt.
Gefahr bei Sonnenstürmen besteht beispielsweise für Computer an Bord von Satelliten und damit auch für das Global Positioning System (GPS), für Flussmessgeräte in Ölpipelines, Mobilfunknetze sowie allgemein für den Hochfrequenzfunk. So verursachte der besonders heftige Sonnensturm vom 13. März 1989 Schwankungen im Erdmagnetfeld, die das Stromnetz im kanadischen Quebec für sechs Millionen Kunden lahm legten. (mhe)