Bundesländer stellen zu wenige Lehrer ein
Zwischen 2003 und 2006 wurden in Deutschland ĂĽber 16.000 von der Kultusministerkonferenz als erforderlich angesehene Stellen nicht besetzt.
- Florian Rötzer
2003 ging die Kultusministerkonferenz von der Notwendigkeit aus, bis 2006 pro Jahr 26.000 bis 30.000 voll ausgebildete Lehrkräfte einzustellen. Daraus aber wurde nichts. Schon 2004 wurde deutlich, dass statt der erforderlichen 30.000 nur 26.572 Lehrer eingestellt worden waren – was man auch in der Kultusministerkonferenz feststellte. Und im Jahr 2004 selbst ging die Zahl der Neuanstellungen noch einmal drastisch von 31.000 erforderlichen Neueinstellungen auf 23.597 tatsächlich gemachte Einstellungen zurück – obgleich nach den Pisa-Studien und angesichts der Rufe nach einem Umbau Deutschlands zur Wissensgesellschaft von allen Politikern gefordert wird, mehr Geld in die Bildung zu investieren.
Die Zahlen für 2005 und 2006 wurden noch nicht vorgelegt, aber die Die Ergebnisse für 2005 und 2006 sollen im kommenden Jahr veröffentlicht werden, doch die Arbeitsgemeinschaft Bildungsforschung/Bildungsplanung hat nach eigenen Berechnungen festgestellt, dass seit 2003 insgesamt 16.200 Lehrer zu wenig eingestellt wurden. Man habe, heißt es im "Arbeitsmarktbericht 2006", nur erreicht, "den unbefriedigenden Versorgungsstand der Schulen nicht weiter zu verschlechtern". Auch 2006 seien 1.400 Lehrer zu wenig eingestellt worden.
Sparmaßnahmen wie Arbeitszeiterhöhungen und veränderte Pensionsregelungen haben den Bedarf reduziert, in manchen Bundesländern wie Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Hessen und Hamburg wurden für einen befristeten Zeitraum überdurchschnittlich viele Lehrer eingestellt. Kritisiert wird aber, dass zu wenig in die Bildung investiert wird, was sich auch auf die Betreuung und Förderung der Schüler auswirkt. "Pädagogen, Eltern und Schüler spüren die Folgen immer stärker", kritisiert die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft: "Weniger Unterricht, mehr Stundenausfall und größere Klassen. Die Landesregierungen sparen auf dem Rücken der Lehrkräfte. Sie verordnen längere Arbeitszeiten und setzen auf Arbeitsverdichtung. Pädagogen, Schüler und Bildungsqualität bleiben auf der Strecke."
Siehe dazu auch in Telepolis:
(fr)