Birminghams Bibliotheken steigen doch nicht auf Linux um

Eine Migration der PCs in den öffentlichen Bibliotheken auf Open Source würde laut Medienberichten mehr kosten als ein Microsoft-Update.

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Die englische Stadt Birmingham hat aus Kostengründen den Plan aufgegeben, Computer der öffentlichen Bibliotheken mit Linux laufen zu lassen. Eine Kostenanalyse hat laut Medienberichten ergeben, dass es teurer ist, auf Linux umzusteigen, als Microsoft-Software zu erneuern. Nachdem die Entscheidung bekannt wurde, sind zunächst Diskussionen darüber aufgekommen, wie es angehen kann, dass ein Open-Source-Projekt mit gut einer halbe Million Pfund um 100.000 Pfund teurer sein kann als ein Microsoft-Update. Nun weist der Softwarekonzern Microsoft laut ZDNet UK den Verdacht zurück, der Stadt spezielle Preisnachlässe geboten zu haben.

Birmingham hatte im Mai vorigen Jahres sein Projekt aufgenommen, 1500 Computer der öffentlichen Bibliotheken auf SuSE-Linux und andere Open-Source-Software wie OpenOffice und Firefox umzurüsten. Später wurde es auf 200 Rechner abgespeckt. In früheren Berichten werden die Verantwortlichen in Birmingham dafür kritisiert, das Projekt allein umsetzen zu wollen, also beispielsweise ohne Expertise von außerhalb. In Tests habe sich gezeigt, dass öffentlich zugängliche Computer unter Linux Probleme hatten, Speichermedien wie CDs oder USB-Sticks zu erkennen. Außerdem sei die Bibliotheksverwaltungssoftware bislang nur für Windows erhältlich gewesen. Eigens eine Linux-Version zu entwickeln hätte zu lange gedauert und viel gekostet. (anw)