Irak erhält .iq zurück
Die brach liegende Top-Level-Domain des Irak .iq steht vor der Wiederbelebung.
Nach über einem Jahr Verfahrensdauer hat die ICANN Ende Juli entschieden, die Verwaltung aller .iq-Domains einer irakischen Behörde zu übertragen: der Iraqi National Communications and Media Commission (INCMC), der Nationalen Irakischen Regulierungsbehörde für Kommunikation und Medien. Diese hat bisher lediglich eine quasi inhaltsleere Startseite über Registrierungen von Domains unter .iq vorbereitet. Zumindest seit Anfang 2003 sind keine .iq-Domains erreichbar.
Ursprünglich war die .iq-ccTLD (country code Top Level Domain) im Jahr 1997 an eine in Texas registrierte Firma vergeben worden. Diese war jedoch nicht besonders aktiv in der Vergabe von Domainnamen und dürfte auch technische Schwierigkeiten gehabt haben. Im Januar 2002 soll es um die 200 Besitzer von Websites mit der .iq-Domain gegeben haben. Die Räumlichkeiten, an deren Nutzung mehrere Firmen beteiligt waren, wurden kurz vor dem 11. September 2001 von einem großen Aufgebot an Polizisten durchsucht. Mehrere hundert gehostete arabische Websites wurden deaktiviert. Später wurden eine Gruppe involvierter Personen unter anderem wegen Finanzierung terroristischer Vereinigungen und dem illegalen Handel mit auf der US-Boykottliste angeführten Staaten verurteilt.
Das ICANN-Board hat in derselben Telefonkonferenz auch beschlossen, die Verwaltung des kasachischen Adressraums unter .kz neu zu vergeben. Statt KazNIC, einer Einrichtung des Justizministeriums, soll nun die Kazakhstan Association of IT Companies zuständig werden.
Siehe dazu auch:
US-Regierung gibt Kontrolle über DNS-Rootzone nicht her
Virtuell nicht vorhanden (in Telepolis)
Ein Jahr Sowjetunion im Internet
Neuerungen bei vielen Top-Level-Domains
(Daniel AJ Sokolov) (gr)