Sipgate will im britischen Voice-over-IP-Massenmarkt mitmischen
Der DĂĽsseldorfer VoIP-Anbieter schaltet nicht nur sein Netz mit Web.de und Freenet zusammen, sondern bietet nun auch VoIP-AnschlĂĽsse in britischen Ortsnetzen.
Die Düsseldorfer Sipgate bietet nun einen Voice-over-IP-Anschluss in 600 britischen Ortsnetzen mit dem Präfix 01 beziehungsweise 02 an. 40 weitere Ortsnetze in eher ländlichen Gegenden sollen in den kommenden Monaten hinzukommen. Die freien Sipgate-Anschlüsse seien als Alternative zum bestehenden Anschluss oder als Zweitanschluss möglich, hieß es. Kostenlose Gespräche können innerhalb des Sipgate-Netzes (rund 60.000 Kunden) und mit Kunden verschiedener Partner geführt werden.
In 11 Partnernetzen können über Sipgate bislang rund 1 Million Gesprächsteilnehmer auf diese Weise erreicht werden. Darunter sind auch die Kunden von Freenet und Web.de: Erst in der vergangenen Woche hatten die drei deutschen Provider angekündigt, dass sie ihre Netze zusammenschalten. Beim Telefonieren aus dem Sipgate-Netz heraus kostet die Einheit dann immerhin zwischen 0,59 und 1,19 britische Pence. Erst im November hat Platzhirsch BT mit Business Broadband Voice eines von mehreren geplanten VoIP-Angeboten gestartet. Andere Anbieter auf dem britischen Markt sind unter anderem großen Carrier wie ntl und Cable & Wireless. Und BT hat angekündigt, bereits bis 2008 komplett auf IP-Netze umzustellen. Sipgate wird sich also einiges einfallen lassen müssen, um mit der Expansionsstrategie in Großbritannen erfolgreich zu sein. Während sich die Sipgate-Geschäftsführung bereits kritisch zu den Wettbewerbsmethoden von BT äußerte, lobte man den britischen Regulierer, das Office for Communication (OfCOM) wegen seiner liberalen Regulierungstrategie zu VoIP.
Das OfCOM erlaubt bei relativ geringen Anfangshürden auch ausländischen Anbietern den Einstieg in den VoIP-Markt. Neben der Nummerngasse 056 können VoIP-Provider auch geographische Nummern vergeben. Die deutsche Regulierungsbehörde besteht, anders als die britischen Kollegen, auf einer strikten Gewährleistung des Ortsbezugs und vergibt Rufnummernblöcke nur an Unternehmen in Deutschland. (Monika Ermert) / (jk)