Kabel Deutschland nun auch mit echtem Video on Demand

Nach Kabel BW hat auch Deutschlands größter Kabelnetzbetreiber nun einen VoD-Dienst gestartet, bei dem Filme nicht mehr nur in der Schleife laufen, sondern auf Abruf zum Kunden gestreamt werden.

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Kabel BW hat es für Baden-Württemberg im Dezember vergangenen Jahres vorgemacht, nun folgt Kabel Deutschland (KDG) mit einem Angebot für Video on Demand (VoD), bei dem Filme nicht mehr nur in der Schleife laufen, sondern auf Abruf zum Kunden gestreamt werden. Der "Select Video" genannte Dienst startet heute zunächst für rund 2,3 Millionen Haushalte in Berlin, München und Hamburg und soll in den kommenden Monaten Schritt für Schritt auf andere Städte im KDG-Land ausgeweitet werden.

Die Kabelkunden, die Zugriff auf Select Video haben, können laut KDG zum Start aus bis zu 2500 Stunden Programm wählen, wobei rund 60 Prozent aller Spielfilme in der Videothek in hochauflösender Qualität (HD) zu sehen seien. Auch 3D-Filme befinden sich im Sortiment. 50 Prozent der Spielfilme in der Videothek sollen wahlweise als Originalversion zur Verfügung stehen. Die Hollywood-Blockbuster und aktuellen Filme im kostenpflichtigen Video-on-Demand-Angebot werden von zehn Studios bereitgestellt, darunter Constantin Film, Disney, Paramount Pictures, Sony Pictures und Warner. TV-Inhalte sollen ab 0,99 Euro kosten, ein aktueller Kinofilm im Schnitt zwischen 4 und 6 Euro.

Hauptmenü des neuen VoD-Dienstes "Video Select".

(Bild: Kabel Deutschland)

Wie beim Kabel-BW-Angebot wird der digitale Datenstrom tatsächlich weiterhin über das DVB-C-Netz ausgeliefert; jeder VoD-Kunde bekommt, vereinfacht gesprochen, einen eigenen TV-Kanal. In der Praxis nimmt der beim Kunden stehende Receiver dafür via Internet mit dem Server des Providers Kontakt auf, sobald der Mietvorgang angestoßen wird. Der KDG-Server überprüft daraufhin, welche Frequenz in dem betreffenden Gebiet noch frei ist und schickt den TV-Datenstrom auf dieser zum Kunden. Zuvor wird dem Receiver über das Internet mitgeteilt, wo er den gemieteten Film finden kann. Der Film kann aktuell nach der Bezahlung in der Regel 48 Stunden lang beliebig oft angeschaut werden.

Für die Nutzung des neuen TV-Dienstes benötigen Kabelkunden derzeit den digitalen HD-Video-Recorder (HD-DVR), der in den „+-TV-Paketen“ von KD enthalten ist. Der HD-DVR wird mit Hilfe eines mitgelieferten USB-WLAN-Sticks oder eines Ethernet-Kabels an die eigene Internetverbindung angeschlossen. Laut Kabel Deutschland muss die Internetverbindung nicht von Kabel Deutschland stammen; vielmehr sei ein Anschluss eines beliebigen Providers nutzbar. (nij)