DatenschĂĽtzer kritisiert telefonische Befragung von Arbeitslosengeld-II-Beziehern
Der Bundesbeauftragte für den Datenschutz Peter Schaar fordert den Stopp der Telefonbefragung von 1,2 Millionen Arbeitslosengeld-II-Empfängern durch die Bundesagentur für Arbeit.
Bundesdatenschützer Peter Schaar fordert die Bundesagentur für Arbeit (BA) auf, die telefonische Befragung von Empfängern des Arbeitslosengeldes II sofort einzustellen. Die BA sollte die Betroffenen vorab schriftlich über die geplanten Telefonauskünfte informieren, sagte Schaar. So wüssten die Betroffenen meist nicht, dass die Auskünfte freiwillig seien und das Gespräch jederzeit abgebrochen werden könne. Außerdem sei es für die Befragten nur schwer möglich, die Echtheit des Anrufers zu erkennen, was zum Missbrauch von teilweise heiklen Daten geradezu einlade.
Die BA habe ein Call-Center von T-Systems mit der Befragung von rund 1,2 Millionen Alg-II-Beziehern beauftragt, dies aber nicht mit den DatenschĂĽtzern abgesprochen, so Schaar. Etwa 170.000 Personen hatten in den letzen Wochen Anrufe erhalten. Die Aktion dient laut BA zum Abgleich der erfragten mit den intern gespeicherten Daten. (mhe)