Finanzministerium: Sistema spielt bei Telekom keine Rolle
Sicherheitsbedenken des Bundesnachrichtendienstes seien "ohne Bedeutung", da für die Bundesregierung ein Einstieg des russischen Mischkonzerns bei der Deutschen Telekom nicht in Frage komme.
Für die Bundesregierung ist ein Einstieg des russischen Konzerns Sistema bei der Deutschen Telekom kein Thema. Deshalb seien auch angebliche Sicherheitsbedenken des Bundesnachrichtendienstes (BND) in diesem Zusammenhang "ohne Bedeutung", bekräftigte der Sprecher des Bundesfinanzministeriums (BMF), Torsten Albig. Generell sagte er: "Ich erkenne keine Rolle des BND bei den Überlegungen des BMF."
Der Tagesspiegel hatte unter Berufung auf Sicherheitskreise berichtet, der BND habe massive Sicherheitsbedenken gegen einen Einstieg des russischen Konzerns bei der Telekom. "Wir sehen die Gefahr, dass Unbefugte in die Telekommunikation zwischen Behörden, zwischen Wirtschaftsunternehmen und zwischen Privatpersonen eindringen", sagte ein Sicherheitsexperte dem Blatt. Der BND nahm dazu am Montag auch auf Nachfrage keine Stellung.
Das Finanzministerium verwies am Montag zudem auf ein Interview, in dem Minister Peer Steinbrück (SPD) im Spiegel gesagt hatte: "Entgegen anders lautenden Berichten steht überhaupt nicht zur Debatte, dass der russische Konzern Sistema bei der Telekom einsteigt." Ein Gespräch mit Konzernchef Wladimir Jewtuschenkow, sagte Steinbrück, sei "ergebnislos geblieben".
Siehe dazu auch:
- Zeitung: Sicherheitsexperten warnen vor russischer Beteiligung bei der Telekom
- Ein zweiter Anlauf von Sistema für eine Telekom-Beteiligung
- Russische Sistema weiter an der Deutschen Telekom interessiert