E-Government gratis in österreichischen Telefonzellen

Online-Angebote der öffentlichen Hand können in der Alpenrepublik ab sofort kostenlos von Telefonzellen mit Internet-Anschluss angewählt werden.

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In Österreich können Bürger Online-Angebote der öffentlichen Hand ab sofort von Telefonzellen mit Internet-Zugang gratis aufrufen. Die so genannten MultimediaStations der Telekom Austria sind mit Panzerglas-Touchscreen und Videokamera ausgestattet und per ADSL (512 kBit/s) mit dem Internet verbunden. Im österreichischen Bundesgebiet gibt es aktuell 469 MultimediaStation-Standorte, bis 2006 soll ein Ausbau auf 1300 Standorte erfolgen. Auf eine Zusatzausstattung mit Druckern wurde wegen des großen Wartungsaufwandes inzwischen allerdings verzichtet, sodass Nutzer Behördenformulare weiterhin beim Amt erwerben und ausfüllen müssen.

Als eine Art Portal für die kostenlos abrufbaren Websites von Bund, Ländern und Gemeinden dient help.gv.at; die meisten von dort verlinkten Sites können ohne Münzeinwurf angewählt werden. Neben einem umfangreichen Informationsangebot in Deutsch gibt es auch abgespeckte Versionen auf Slowakisch, Slowenisch, Tschechisch und Ungarisch. Der Zugang zum normalen Internet kostet 10 Cent pro Minute. Aber auch ganz normale Telefonate lassen sich gegen das übliche Entgelt führen, wobei Videotelefonate zwischen MultimediaStations nicht extra berechnet werden. An vielen Standorten haben auch lokale Unternehmen dafür bezahlt, gratis abrufbare Informationen über die Stationen präsentieren zu dürfen.

In Wien stehen außerdem etwa 85 weitere Terminals zur Verfügung, die schon seit einiger Zeit kostenlosen Zugriff auf Web-Seiten der öffentlichen Verwaltung gewähren. Die Apparate, von denen aus nicht telefoniert werden kann, wurden in öffentlichen Gebäuden wie den Magistratischen Bezirksämtern und Krankenhäusern, sowie als so genannte Vienna Access Points im öffentlichen Straßenraum installiert. Zudem können an den Hotspots bestimmter kommerzieller Anbieter -- darunter die Mobilfunk-Netzbetreiber T-Mobile, One/eWave und Mobilkom -- alle *.gv.at-Adressen kostenfrei angewählt werden. (Daniel AJ Sokolov) / (pmz)