Software hilft bei Umgehung von Web-Zensur
Mit Hilfe einer Software und eines Social Networks wollen Entwickler vom Citizen Lab in Toronto es ermöglichen, dass Internetnutzer Zensur umgehen können.
Das Citizen Lab am Munk Centre for International Studies der Universität Toronto will ab dem 1. Dezember seine "Menschenrechtssoftware" psiphon zum Download anbieten. Sie soll es Einwohnern in Ländern mit Webzensur ermöglichen, unbeschränkt auf Internetinhalte zuzugreifen. Dafür sollen Internetnutzer, die nicht von Zensur betroffen sind, mit psiphon einen Proxy-Server (psiphonode) einrichten, der gewünschte Inhalte beispielsweise von der Wikipedia abruft. Auf diesen soll passwortgeschützt per verschlüsselter Verbindung von außen zugegriffen werden können. Dafür ist keine zusätzliche Software nötig, heißt es in den FAQ.
Wichtig sei dabei laut FAQ, dass der Administrator und der Nutzer – der so genannte psiphonite – in dem von Zensur betroffenen Land in einem Vertrauensverhältnis zueinander stehen. Sie sollen selbst entscheiden können, ob sie ihr Netz auf weitere psiphonites nach Art eines Social Networks ausdehnen und die IP-Adresse eines psiphon-Servers weitergeben wollen. Das psiphon-Projekt will den Quellcode der Software, die zunächst für Windows und Linux kostenlos erhältlich sei, unter der GPL lizenzieren und demnächst veröffentlichen. (anw)