Premiere startet Prepaid-Fernsehen

Über Discounter wie Penny vertreibt der Pay-TV-Sender künftig "Premiere Flex", ein Prepaid-Angebot, das laut Werbung ohne Vertragsbindung und Grundgebühr auskommt. Auf die nötige Smartcard müssen Kunden nach der Bezahlung aber ein wenig warten.

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Ab dem 4. Dezember will der Pay-TV-Sender Premiere ein Prepaid-Angebot namens "Premiere Flex" offerieren. Im Unterschied zu klassischen Abonnements entfällt dabei die Mindestlaufzeit gebuchter Programm-Pakete. Das neue Angebot soll laut Premiere wie bei Prepaid-Karten für Handys funktionieren: Bei den Discountern Penny, Real und Marktkauf sowie bei Amazon und Payback erwirbt man eine Karte mit Guthaben von 25, 50 oder 75 Euro.

Doch der Vergleich mit Handy-Prepaid hinkt, da auf der erworbenen Plastikkarte lediglich ein Zahlencode aufgedruckt ist, der für eine telefonische Aktivierung des Guthabens dient. Die eigentliche Smartcard erhält der Kunde erst nach Anmeldung und Guthabenaktivierung per Post zugeschickt. Im Zuge der Aktivierung des Erstguthabens wird zudem eine jährliche Smartcard-Nutzungsgebühr von zwölf Euro fällig. Bei einer 25-Euro-Guthabenkarte ist demnach mit der Aktivierung knapp die Hälfte des Guthabens bereits aufgebraucht.

Einzelne Programmpakete kann man anschließend per Telefon monatsweise auf der Smartcard freischalten lassen. Für Premiere-Flex-Kunden schlägt ein Programmpaket mit 20 Euro zu Buche. Im Jahres-Abo verlangt Premiere dafür monatlich 15 Euro, bei Zwei-Jahres-Abos fallen nur 10 Euro an. Mit der Preisstaffelung möchte der Sender den Anreiz für ein klassisches Abonnement hoch halten. Laut Premiere richtet sich das Premiere-Flex-Angebot an "Kunden mit einem schmaleren Medienbudget" oder solche mit wenig Zeit zum Fernsehen.

Für den Rest dieses Jahres startet das Prepaid-Angebot zunächst mit den Pay-per-View-Sendungen von "Premiere Direkt" und "Premiere Erotik" sowie Tagestickets für das Sportportal. Wer via "Premiere Flex" die von Premiere beworbene Übertragung des UEFA-Champions-League-Spiels Barcelona gegen Bremen am 5. Dezember sehen möchte, muss auf einen schnellen Versand der Smartcard hoffen. Monatstickets für die restlichen Programmpakete sollen ab Anfang 2007 erhältlich sein. (spo)