Speicherpreise ziehen krisenbedingt an

Wie sich die weitere Entwicklung in Japan auf das DRAM-Geschäft auswirkt, bleibt zum aktuellen Zeitpunkt unklar. Schon zum chinesischen Neujahr wurden die Preise angehoben und nun nutzt die Branche die Gelegenheit, um weitere Erhöhungen auszutesten.

vorlesen Druckansicht
Lesezeit: 3 Min.
Von
  • Karl Fröhlich

Die Folgen der Erdbebenkatastrophe in Japan wirken sich seit Anfang der KW 10 auf die HEKs für DDR2- und DDR3-RAMs aus. Mit welcher Intensität und Dauer das Segment betroffen sein wird, lässt sich heute nur vermuten. Erfahrungsgemäß lassen sich im deutschen Handel hohe Preise nur sehr bedingt durchsetzen.

Die HEKs für Arbeitsspeicher sind in Bewegung, eine Folge des Erdbebens in Japan. Nachdem die Einkaufskonditionen in den Kalenderwochen 9 und 10 leicht gestiegen waren, haben sie sich nun stabilisiert. Im Vergleich zur letzten Februarwoche kaufen Fachhändler in der KW 11 wieder um zwei bis sechs Prozent günstiger ein. "Der Preisanstieg liegt aktuell bei zehn bis 15 Prozent und ist sicherlich künstlich gesteuert", erklärt Ulf Kilper, Produktmanager RAM und Flash bei Devil. "Die Panik in den einzelnen Bereichen wird sich kommende Woche legen, wir werden dann aber sicherlich, gerade im Flash- und SSD-Bereich, ein wesentlich höheres Preisniveau sehen. Inwieweit sich die Krise in Japan auf die Verfügbarkeit der Ware auswirkt, bleibt abzuwarten. Der DRAM-Markt wird hier eher geringere Auswirkungen spüren als der Flash-Sektor."

"Noch sind keine bedrohlichen Produktengpässe festzustellen", ergänzt George Linardatos, General Manager bei Transcend. "Entscheidend wird sein, wie sich die Angebotssituation bei NAND-Flash und DDR1/DDR2/DDR3-Speicherchips in den kommenden zwei Wochen entwickeln wird. Die Tragödie in Japan hat in dieser Woche eindeutig zu teilweise dramatischen Preiserhöhungen geführt. Dabei stiegen die Preise für NAND-Flash-Chips deutlich höher als die von DDR2/DDR3-Chips." Die Höhe der vor dem Unglück bestehenden Lagerbestände sowie die freien Kapazitäten für zusätzliche Produktionsmengen sind die bestimmenden Faktoren für die kurzfristige Entwicklung der Verfügbarkeit in beiden Chip-Segmenten. Die kommenden ein bis zwei Wochen bestimmen die Richtung, in die sich die Chip-Preise bewegen und daraus folgernd die Preise für Memory-Module und Flash-Speicher-Anwendungen.

Eine echte Allokation dürfte es voraussichtlich nicht geben. Auch wenn Japan ungefähr ein Drittel des weltweiten DRAM- und Flash-Markts abdeckt. "Die DRAM-Produktion findet zu großen Teilen außerhalb Japans statt", ergänzt Edmund Dägele, Geschäftsführer bei takeMS. "Es könnte jedoch speziell Verknappungen im Bereich des Flash-Marktes geben. Doch sollten Händler Ruhe bewahren und Ware nach Bedarf einkaufen." Nachdem die Branche zuletzt unter einer massiven Überproduktion litt, sollte sich das Geschäft nun eigentlich stabilisieren.

Mehr Infos

Bei der Preisbeobachtung unterstĂĽtzten uns:

Actebis Peacock
B.com Computer AG
CTT AG
Devil AG
Ecom GmbH
Ingram Micro GmbH

"Unser Inventar ist ausreichend um Aufträge für April zu erfüllen", sagt Jochen Zips, Senior Director DACH bei Adata, gegenüber heise resale. "Darüber hinaus arbeiten wir mit mehreren Chip-Herstellern – vor allem aus Korea und den USA – zusammen, so dass Alternativen vorhanden sind." Momentan kauft der Handel wieder etwas mehr ein. Zuletzt hatte auch die Sandy-Bridge-Situation die Nachfrage negativ beeinflusst. Nachdem nun aber die Auslieferung funktionierender Mainboards begonnen hat, steigt auch der Bedarf an Speichermodulen. "Wir sehen einen deutlichen Trend zu 4-GByte-Modulen und 8-GByte-Kit-Lösungen", erläutert Adata-Manager Zips. "Gleichzeitig verzeichnen wir eine gute Nachfrage im Upgrade-Geschäft, vor allem bei PC400-Speicher mit einem GByte."

"Am besten verkaufen sich derzeit DDR3-1333-Module mit zwei und vier GByte sowie DDR2-800-RAM mit zwei GByte", erklärt Devil-Manager Kilper. Die Angebotspreise im Onlinehandel sind laut heise resale Preisradar in dieser Woche um 7,8 Prozent gefallen. Der durchschnittliche Preis liegt momentan bei 39,22 Euro (brutto). Am meisten gesucht ist das Kingston-Kit ValueRAM DIMM Kit 4GB mit vier GByte (VK 33,90 Euro). Auf Rang 2 folgt das 8-GByte-Kit Teamgroup Elite DIMM Kit 8GB PC3-10667U (62,70 Euro). (map)