Lucent Deutschland rechnet für 2005 mit leichtem Umsatzzuwachs
Ein Zeichen für ein Wiedererstarken des US-Telekommunikationsausrüsters nach der schwierigen Restrukturierungsphase sei etwa ein Rahmenvertrag mit der Telekom für deren optisches Transportnetz, hieß es bei der deutschen Lucent-Dependance.
Die deutsche Tochter des US-amerikanischen Telekommunikationsausrüsters Lucent Technologies rechnet nach schwierigen Jahren für 2005 mit einem leichten Umsatzanstieg. Man gehe von einem Wachstum "im mittleren einstelligen Prozentbereich" aus, sagte Deutschland-Chef Rainer Fechner am Dienstag in Nürnberg. Damit würde Lucent etwas stärker wachsen als der Markt. Derzeit hat das Unternehmen in Deutschland einen Marktanteil von rund acht Prozent. Dabei will sich das Unternehmen auf den Ausbau der Internet-Telefonie, von UMTS und optischen Netzen konzentrieren. Auch neue Techniken, etwa für den schnelleren Datentransfer beim Download von Programmen aus dem Internet, versprächen die Erschließung neuer Umsätze. "Wir schauen optimistisch in die Zukunft", unterstrich Fechner.
Derzeit seien die Auftragsbücher gut gefüllt. Noch Anfang Dezember habe das Unternehmen drei Großaufträge an Land ziehen können. Ein Zeichen für ein Wiedererstarken des US-Telekommunikationsausrüsters nach der schwierigen Restrukturierungsphase sei auch ein Rahmenvertrag mit der deutschen Telekom für deren optisches Transportnetz. Zudem habe die Telekom mit Lucent ein Projekt zum Testen der Internet-Telefonie gestartet. Auch Arcor habe seinen Rahmenvertrag verlängert. Außerdem habe Lucent drei der vier deutschen UMTS-Netzbetreiber mit entsprechenden PC-Karten ausgestattet.
Im zu Ende gehenden Jahr verzeichnet die Deutschland-Tochter nach vorläufigen Zahlen mit rund 380 Millionen Euro einen Umsatzrückgang von 30 Millionen Euro im Vergleich zu 2003. Dies sei allerdings fast ausschließlich auf die Schließung der Fertigung zurückzuführen, mit der ein Teil des Umsatzes zwangsläufig weggebrochen sei. Ohne diesen einmaligen Sondereffekt wäre der Umsatz weitgehend stabil geblieben, betonte der Deutschland-Chef.
Weltweit habe Lucent Technologies einen Konzerngewinn von umgerechnet 1,5 Milliarden Euro erwirtschaftet. Angaben zum Gewinn der Deutschland-Tochter machte Fechner nicht. "Wir haben nicht nur abgespeckt, sondern auch unsere Muskeln gestärkt", sagte Fechner. Der Personalabbau sei weitgehend abgeschlossen. Im laufenden Jahr beschäftigte das Unternehmen mit Standorten in Bonn, Neu-Isenburg und Nürnberg 1250 Beschäftigte -- rund 100 weniger als vor einem Jahr. (dpa) / (jk)