Bertelsmann lässt die Krise hinter sich
Der Medienriese aus Gütersloh hat die Wirtschaftskrise abgehakt und blickt auf eines seiner erfolgreichsten Geschäftsjahre zurück. 2010 erwirtschaftete das Unternehmen ein Konzernergebnis von 656 Millionen Euro.
Der Medienriese Bertelsmann hat sein Konzernergebnis im vergangenen Jahr massiv steigern können und die zum Halbjahr 2010 abgegebene Prognose noch deutlich übertroffen. Der in Gütersloh beheimatete Weltkonzern setzte im vergangenen Jahr 15,8 Milliarden Euro um und erzielte einen Gewinn von 656 Millionen Euro. Im Jahr 2009 hatte das Unternehmen bei einem Umsatz von 15,1 Milliarden Euro noch 35 Millionen Euro verdient. Für das laufende Jahr erwarte Bertelsmann eine weitere Gewinnsteigerung, teilte das Unternehmen am Dienstag in Berlin mit.
Der Konzern verweist auf "gut laufende Geschäfte in einem verbesserten konjunkturellen Umfeld" sowie greifende Kostensenkungen. Angesichts der Wirtschaftskrise hatte Bertelsmann 2009 Maßnahmen eingeleitet, die unter anderem mit Personalabbau rund 900 Millionen Euro einsparen sollten. Nach zwei Verlustquartalen hatte der Konzern im dritten Abschnitt des Jahres 2009 wieder einen Gewinn ausgewiesen und seither Kurs gehalten.
Die Krise hat Bertelsmann bewältigt, jetzt schaltet der Medienriese wieder in den Investitionsmodus. "2010, das Jahr unseres 175. Firmenjubiläums, war eines der bisher erfolgreichsten Geschäftsjahre für Bertelsmann", erklärte Vorstandschef Hartmut Ostrowski. "Wir haben die Wirtschaftskrise in kürzester Zeit überwunden und unsere Geschäfte deutlich nach vorne gebracht." Die Verschuldung des Unternehmens habe reduziert werden können, nun seien "signifikante Mittel für Investitionen frei".
Das gute Ergebnis stützt sich den Angaben zufolge auf die RTL Group und den Verlag Gruner + Jahr, die von der anziehenden Werbekonjunktur profitierten. Auch die Verlagsgruppe Random House habe unter anderem dank des E-Book-Booms zulegen können. Die Dienstleistungsparte Arvato hielt das operative Ergebnis bei einem Umsatzwachstum von 5 Prozent stabil. Das Buchclub-Geschäft der Direct Group verzeichnete nach dem Rückzug aus mehreren Ländern einen Rückgang bei Umsatz und Ergebnis.
"Sofern die konjunkturellen Erwartungen für die geographischen Kernmärkte Westeuropa und USA eintreten, erwartet Bertelsmann für 2011 ein moderates Umsatzwachstum im Gleichklang mit der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung", erklärte Finanzvorstand Thomas Rabe. "Das operative Ergebnis wollen wir auf dem erreichten hohen Niveau stabil halten, das Konzernergebnis wird vor dem Hintergrund geringerer Sondereffekte steigen.“ (vbr)