Beschleunigte Gestenerkennung mit Kinect

Wissenschaftler von Microsoft Research haben eine neue Methode entwickelt, Gesten und Körperposen mit der Kinect-Kamera deutlich schneller zu erkennen als bisher. In nur 5 Millisekunden gleicht das System bis zu 1 Million Posen ab.

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Die neue Erkennungsmethode kann Körperteile eines Anwenders anhand einzelner Tiefenbilder besonders schnell zuordnen.

(Bild: Microsoft)

Um die Gestenerkennung der Kinect-Kamera zu verbessern, haben Microsoft-Wissenschaftler aus Cambridge eine neue Methode veröffentlicht (PDF), die einzelne Körperteile anhand von Tiefenbildern wesentlich schneller zuordnen kann als bisher. Der neue Algorithmus vergleicht dazu die aktuelle Kinect-Aufnahme einer Person mit Posen aus einer Datenbank.

Für ihren Versuchsaufbau arbeiteten die Wissenschaftler mit rund 1 Million Aufnahmen, die von realen Testpersonen mit unterschiedlichen Körperformen und Bewegungsmustern stammten, sowie synthetisch generierten Bildern. Mit den Vergleichsposen wurden drei Entscheidungsbäume mit 20 Ebenen gefüttert. Die Aufbereitung der Daten beschäftigte ein Server-Cluster mit 1000 Kernen rund einen Tag.

Der Aufwand hat sich offenbar gelohnt, denn der neue Algorithmus soll laut Microsoft um eine Größenordnung schneller arbeiten und höhere Erkennungssicherheiten erreichen als bisherige Methoden (Video). Eine Xbox-360-CPU mit drei Kernen brauche mit der neuen Methode nur noch 5 ms, um eine beliebige Pose richtig zuzuordnen. Bisher verwendeten Spiele diese Erkennung per sogenanntem "Exemplar Matching" nur bei schnellen Sport- und Tanz-Spielen, bei denen nur wenige vorgegebene Posen verglichen werden mussten. Für die Erkennung beliebiger Gesten waren bislang komplexe Algorithmen notwendig, die eine große Latenz mit sich brachten.

Einen ausfĂĽhrlichen Ăśberblick zum Thema Gesten- und Bewegungserkennung mit Kinect lesen Sie in der aktuellen c't 8/11: Tanz der Skelette, Bewegungserkennung mit Kinect, S. 100. (hag)