Atari meldet Verluste und dramatischen Umsatzeinbruch
Im abgelaufenen Quartal verbuchte der Spieleentwickler einen Verlust von 32,8 Millionen US-Dollar. Mit 24,2 Millionen US-Dollar betrug der Umsatz noch nicht einmal ein Viertel des Vorjahreswerts. Derzeit hat Atari kaum neue Spiele im Angebot.
Der börsennotierte Entwickler von PC- und Konsolenspielen Atari Inc. meldet für das abgelaufene Quartal einen Nettoverlust von 32,8 Millionen US-Dollar und einen dramatischen Umsatzeinbruch. In der Periode vom 1. April bis zum 30. Juni 2005 -- dem ersten Quartal von Ataris Geschäftsjahr 2006 -- schmolzen die Umsätze auf knapp 24,2 Millionen US-Dollar. Im Vergleichsquartal ein Jahr zuvor hatte das Unternehmen noch 108,1 Millionen US-Dollar umgesetzt und über zwölf Millionen US-Dollar verdient. Die damaligen wirtschaftlichen Erfolge führt Atari heute auf die Veröffentlichung des Spiels DRIV3R zurück, das seinerzeit zu den am meisten nachgefragten Titeln für PS2- und Xbox-Konsolen gehörte.
Im ablaufenen Quartal hat Atari -- bedingt durch erhebliche Verzögerungen bei neuen Releases -- kaum neue Titel auf den Markt gebracht. Das Unternehmen erklärte bei der Vorlage der aktuellen Geschäftszahlen, sich im Geschäftsjahr 2006 auf die Vermarktung qualitativ hochwertiger Spiele zu konzentrieren. Als Neuerscheinungen plant das Unternehmen für die nächsten neun Monate unter anderem neue Versionen von Dragon Ball, The Matrix: Path of Neo (mit Versionen für PS2, Xbox und PC), und Tycoon City: New York in einer PC-Ausgabe. Der amtierende Chairman, CEO und Chief Creative Officer von Atari, Bruno Bonnell, der nach dem Ausscheiden von Jim Caparro zugleich dessen Vorgänger und Nachfolger als CEO ist, wies dem Geschäftsjahr 2006 eine Schlüsselrolle für die weitere Entwicklung des Unternehmens zu: Zum einen gelte es, die wirtschaftliche Lage des Unternehmens zu verbessern. Zum anderen beabsichttige Atari, Spiele mit Alleinstellungsmerkmalen zu entwickeln, die gleichermaßen ansprechend für "hardcore gamers" und ein Massenpublikum sein sollen.
Um die wirtschaftliche Talsohle durchschreiten zu können, ist Atari Inc. auf die Unterstützung seiner Konzernmutter IESA angewiesen. Die in Paris börsennotierte Infogrames Entertainment SA fungiert als Holding der -- nicht börsennotierten -- Konzernsparte Atari Europe sowie der US-amerikanischen Atari Inc., der aktuell die Streichung aus dem NASDAQ-Index der New Yorker Börse droht. Nach Angaben von Atari Inc. hat die IESA Garantieerklärungen gegenüber den Gläubigern abgegeben und sich bereiterklärt, den laufenden Geldbedarf der US-Tochter zu decken. Bereits in der Vergangenheit hatte Atari mit den Zyklen im Spiele-Geschäft zu kämpfen und zum Beispiel im letzten Quartal 2004 Rückänge wie auch Ende 2003 einen Gewinneinbruch hinnehmen müssen -- obwohl in das dritte Quartal von Ataris Geschäftsjahr in das Weihnachtsgeschäft fällt. (ssu)