Der Schützenverein im Web: Umlaute für .org

Die .org-Registry PIR will mit Umlauten für die generische Top Level Domain besonders die deutsche Vereinslandschaft ansprechen.

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Von
  • Monika Ermert

Die gemeinnützige Registry für org-Domains, Public Internet Registry (PIR), nimmt ab dem 15. Januar Anmeldungen für Domains mit deutschen Umlauten entgegen. Man richte sich damit gerade auch an die deutsche Vereinslandschaft, erklärte Edward Viltz, Präsident und CEO von PIR. Mit den Umlauten ä, ö und ü könnten die deutschen "Non for Profit"-Organisationen nun einen individuellen org-Namen registrieren. Bei den Standards hält man sich strikt an Vorgaben der IETF und der ICANN.

Dass PIR, eine Ausgründung der Internet Society (ISOC), ausgerechnet mit den deutschen Umlautdomains startet, rührt unter anderem daher, dass PIRs Technikprovider Afilias dieses Angebot schon für seine info-Domains realisiert hat. Allerdings will PIR sich im kommenden Jahr auch um weitere Sprachen kümmern. An allererster Stelle, meinte Matthias Mayer-Schönherr, der PIR in Deutschland vertritt, stehe die Stabilität des Dienstes. Daher sei man nun erst einmal mit der kleinen Lösung gestartet.

Statistiken der .de-Registry DeNIC, die gleich mehrere europäische Zeichensätze auf einmal eingeführt hatte, zeigen bislang, dass die Nachfrage nach den deutschen Umlauten vergleichsweise hoch ist. Nach dem Stand vom heutigen Mittwochmorgen hatte das DeNIC 255.829 nicht-ASCII-Domains registriert, "vor allem mit den Umlauten ü, ä und ö", sagt DeNIC-Sprecher Klaus Herzig. Beim PIR-Provider Afilias, der ebenfalls bislang nur die deutschen Umlaute anbietet, läuft das Geschäft mit den IDNs dagegen recht verhalten. Im Zeitraum seit dem Start im März diesen Jahres bis September wurden rund 18.000 Umlautdomains registriert, mittlerweile sind es 20.000. Allerdings seien immerhin rund 60 Prozent der IDN-Kunden echte Neukunden, die man auf diesem Weg vielleicht auch für generische Top Level Domains generell gewinnen könne.

Auch bei PIR hofft man mit der Spracherweiterung auf weitere Neukunden. Das geplante Verfahren sieht die First-Come-First-Serve-Vergabe ab 19 Uhr am 15. Januar vor. Alle Domains, die innerhalb des ersten Monats registriert werden, bleiben dann noch bis 15. März gesperrt für den Weiterverkauf oder Transfers. In dieser Zeit sollen "Unklarheiten um Marken- und Urheberrechte"geklärt werden können.

Ob deutsche Schützen- oder Kleintierzüchtervereine ausgerechnet nach einer .org-Domain streben? Immerhin: Sowohl schützenverein.de als auch schützenverein.info haben bereits Liebhaber gefunden. Schützenverein.biz -- und bald schützenverein.org -- sind noch zu haben. Im Sinn der Gemeinde der Nichtkommerziellen spricht immerhin eines für die org-Domains: Finanziert werden mit einem Teil der Überschüsse auch Dinge wie die Arbeit des Internet-Standardisierungsgremiums IETF. (Monika Ermert) / (jk)