Apple bringt den japanischen Musikmarkt in Bewegung
Durch seinen Erfolg ist der iTunes Music Store in Japan für viele japanische Musiker attraktiv geworden. Wenn ihre Labels -- wie etwa Sony Music Japan -- keine Vertriebsverträge mit Apple schließen, handeln sie auf eigene Faust.
Der Erfolg von Apples Musikshop in Japan macht den kürzlich dort gestarteten iTunes Music Store für einheimische Musiker attraktiv, die ihre Songs über das Internet verkaufen wollen. Da aber der größte Teil von ihnen bei Sony Music unter Vertrag steht und Apple noch kein Übereinkommen mit der Plattenfirma erzielt hat, versuchen die Musiker an ihrem Label vorbei auf eigene Faust zu handeln, berichtet die Wirtschaftszeitung Nihon Keizai Shimbun heute.
So habe sich der japanische Populärmusiker Motoharu Sano entschieden, seinen Exklusivvertrag mit Sony aufzukündigen und seine Stücke über den iTunes-Musikladen vertreiben zu lassen. Sano bestehe darauf, selbst entscheiden zu dürfen, wo seine Musik verkauft wird. Auch andere Musiker tendierten dazu, direkte Verträge mit Apple zu schließen oder über ihre Agenten schließen zu lassen und nicht darauf zu warten, dass ihr Label mit dem US-amerikanischen IT-Unternehmen handelseinig wird.
Auf diese Weise ändere sich die Kräfteverteilung zwischen Plattenfirmen, Musikern und deren Managern, folgert der Zeitungsbericht. Diese Entwicklung werde dadurch begünstigt, dass die Musiker in Japan mehr Verfügungsgewalt über ihre Stücke behalten, während es in den USA üblich sei, dass die Musiker die Rechte komplett an die Plattenfirmen übertragen. Andererseits sei das Problem, wie die Erlöse aus den Online-Verkäufen zwischen Plattenfirmen, die sich auf Apple eingelassen haben, und ihren Musiker aufgeteilt werden, nicht geklärt, da der digitale Markt von den meisten Verträgen ausgespart werde.
Der iTunes Music Store Japan eröffnete Anfang August. Vier Tage später meldete Apple mehr als eine Million verkaufte Lieder. Ursprünglich wollten die US-Amerikaner bereits im April starten, konnte sich aber mit japanischen Plattenfirmen nicht über den Preis einigen. Nun ist der iTunes Music Store mit einem Angebot von einer Million Musiktiteln der größte Online-Musikshop in Japan -- und er könnte noch wachsen, wenn sich Sony und Apple einigen könnten. Als die Japaner ihre Musiksparte mit jener der Bertelsmann Music Group verschmolzen, hatten sie die Abteilung, die für ihr eigenes Land zuständig ist, von der Fusion ausgenommen. (anw)