Funkwerk sieht sich auf Erholungskurs
Das Unternehmen habe wieder festen Boden unter den Füßen und rechne 2011 mit acht Prozent mehr Umsatz und einem positiven Ergebnis, hieß es aus Kölleda.
Der Kommunikationstechnik-Anbieter Funkwerk sieht sich nach Rückschlägen vor allem im Algerien-Geschäft auf Erholungskurs. Das Unternehmen habe wieder festen Boden unter den Füßen und rechne 2011 mit 8 Prozent mehr Umsatz und einem positiven Ergebnis, hieß es am Donnerstag zur Veröffentlichung des Berichts 2010. Ohne die millionenschweren Wertberichtigungen aus dem auf Eis liegenden Algerien-Geschäft verzeichne Funkwerk im operativen Ergebnis mit 600.000 Euro wieder ein leichtes Plus nach 14,1 Millionen Euro minus ein Jahr zuvor. Bei Einrechnung aller Zahlen liegt der Jahresverlust aber noch bei 24,9 Millionen Euro.
Die Umsätze gingen demnach 2010 noch einmal leicht zurück. 211 Millionen Euro sind rund 3 Prozent weniger als 2009, als ein regelrechter Einbruch zu verzeichnen gewesen war. Das vorläufig auf Eis gelegte Algerien-Geschäft schlägt mit Wertberichtigungen in Höhe von 9,1 Millionen Euro auf das Ergebnis durch. Nach Funkwerk-Angaben hatte ein Wechsel an der Spitze eines staatseigenen algerischen Konzerns ein Projekt für Sicherheitstechnik an Öl- und Gasanlagen gestoppt. Mit Blick auf die gleichzeitig eingeleiteten Ermittlungen algerischer Behörden gegen eine Arbeitsgemeinschaft unter Beteiligung von Funkwerk wies das Unternehmen Vorwürfe als "vollkommen haltlos" zurück, dass es Schmiergelder gezahlt haben solle. Gegen Funkwerk-Mitarbeiter werde nicht ermittelt.
Beim Betriebsergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) stehen mit minus 12,8 Millionen Euro deutliche rote Zahlen zu Buche. Zusammen mit einem negativen Finanzergebnis und Steuern ergebe sich der Konzernverlust von 24,9 Millionen Euro nach 40,8 Millionen Euro minus ein Jahr zuvor.
Mit Blick auf die weitere Entwicklung nennt der Geschäftsbericht eine erst seit dem vierten Quartal 2010 wieder deutlich bessere Auftragslage, da sich bisher viele Kunden zurückgehalten hätten. 58 Millionen Euro Aufträge im vierten Quartal seien auf vergleichsweise niedrigem Niveau knapp 7 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Das Unternehmen weist dazu auf eine starke Abhängigkeit vieler Kunden von staatlichen Einrichtungen hin. Ein großer Teil des Funkwerk-Geschäfts sei deshalb von politischen Entscheidungen abhängig, sodass sich die restriktivere Haushaltspolitik vieler Staaten bemerkbar gemacht habe. Als Begründung für die positive Prognose verweist Funkwerk auf ein im vergangenen Jahr umgesetztes Sparprogramm über 19 Millionen Euro sowie eine Umstellung des Produktprogramms.
Funkwerk stellt Kommunikationstechnik fĂĽr Bahngesellschaften und Verkehrsbetriebe her sowie Mobilfunktechnik fĂĽr Autos und elektronische Sicherheitstechnik her. Die durchschnittliche Mitarbeiterzahl sank im Jahresvergleich um 16 Prozent auf 1372. (anw)