Londoner U-Bahn bleibt ein Funkloch
Die Pläne der vier britischen Netzbetreiber, gemeinsam mit Huawei und Thales die Londoner U-Bahn bis zum Beginn der Olympischen Sommerspiele 2012 mit Mobilfunk zu versorgen, liegen bis auf Weiteres auf Eis.
Die Pläne für den Aufbau eines Mobilfunknetzes in der Londoner U-Bahn liegen vorerst auf Eis. Wie die vier beteiligten Netzbetreiber Vodafone, Telefónica O2, Three und das Gemeinschaftsunternehmen von T-Mobile und Orange Everything Everywhere gemeinsam mitteilten, kann das Projekt nicht wie geplant bis zu den Olympischen Sommerspielen 2012 umgesetzt werden. Wie es darüber hinaus weitergeht, steht in den Sternen. Die Stadt London und die Verkehrsbetriebe setzen stattdessen auf den WLAN-Ausbau auf zahlreichen U-Bahnhöfen.
Die vier Netzbetreiber hatten zusammen mit London Underground, dem chinesischen Ausrüster Huawei und dem französischen IT-Konzern Thales das Londoner U-Bahn-Netz bis zum Sommer 2012 mit Mobilfunk versorgen sollen. Öffentliche Mittel gibt es für das Projekt nicht, die Kosten für Netzaufbau und -betrieb sollten die Mobilfunkanbieter übernehmen. Huawei hatte sich bereit erklärt, Technik im Wert von mehreren Millionen US-Dollar beizusteuern, die in Medienberichten genannte Summe von 50 Millionen aber als "nicht korrekt" bezeichnet.
Es sei trotz der Bemühungen aller Beteiligten nicht möglich, die Mobilfunkversorgung bis zu den Olympischen Spielen im nächsten Jahr herzustellen, heißt es in der Mitteilung der Netzbetreiber. Laut Medienberichten soll es Probleme gegeben haben, in den engen Tunneln einen Installationsort für die Technik zu finden sowie Stromversorgung und Kühlung sicherzustellen. Zudem könne wegen des laufenden U-Bahn-Betriebs nur nachts gearbeitet werden, wodurch die Arbeiten nicht bis zur Eröffnung der Spiele am 27. Juli 2012 abgeschlossen werden könnten.
Ob die Pläne nun weiter verfolgt werden, ist offen. Die Gruppe der Netzbetreiber will das Projekt zwar nicht völlig abschreiben, bleibt dabei aber so vage wie möglich: Man werde die verschiedenen Möglichkeiten erörtern, den Dienst zu einem späteren Zeitpunkt anbieten zu können. Auch Londons Bürgermeister Boris Johnson will an den Plänen als "langfristiges Ziel" festhalten, ließ aber mitteilen, die Stadt werde sich zunächst auf den Ausbau von WLAN-Zugängen auf U-Bahnhöfen konzentrieren. Bis zum Beginn der Olympischen Sommerspiele 2012 sollen in London auf 120 der insgesamt 260 U-Bahn-Stationen WLAN-Hotspots in Betrieb gehen. (vbr)