TÜV Süd: Theoretische Führerscheinprüfungen am Computer ab 2009 denkbar
Prüflinge sollen demnächst am Computer beweisen, dass sie auf gefährliche Verkehrssituationen richtig reagieren können. Momentan laufen Testversuche.
Theoretische Fahrerlaubnisprüfungen am Computer können ab 2009 Realität werden. Erste Vorversuche an ausgewählten Standorten verlaufen bislang "sehr viel versprechend", teilt TÜV Süd mit. "Wir wollen mittelfristig eine moderne computergestützte Prüfung dazu nutzen, nicht nur reines Regelwissen abzufragen, sondern zum Beispiel auch das Erkennen komplexer Verkehrssituationen und das davon ausgehende Gefahrenpotenzial zu hinterfragen", so Gerhard Müller, Führerscheinfachmann beim TÜV Süd.
Nach etwa 40.000 Computer-Testprüfungen auf Fragebogenbasis soll eine Arbeitsgemeinschaft die Anforderungen für eine komplexe und moderne PC-Prüfung erarbeiten. Die ersten Testerfahrungen bewertet Gerhard Müller durchweg positiv. "Das Medium Computer bereitet unseren Kandidaten überhaupt keine Schwierigkeiten", sagte Müller zu den bisherigen Versuchen. Sie gingen damit ebenso selbstverständlich um wie andere mit Stift und Fragebogen. Müller glaubt deshalb auch nicht, dass die Erfolgsquote bei der Fahrerlaubnisprüfung durch den Einsatz des Computers niedriger wird. Aktuell betrage sie rund 70 Prozent.
Nach Angaben des TÜV-Experten setzen acht EU-Länder noch Papierfragebogen ein. Bei vielen der PC-Prüfungen in den anderen europäischen Ländern werde aber lediglich der Prüfbogen auf den Rechner übertragen. Bei den neuen Testverfahren soll der Prüfling unter anderem mit virtuellen Gefahren konfrontiert und so zielgerichteter als bisher auf den Alltag im Straßenverkehr vorbereitet werden. In Finnland sei das schon Realität: Dort stelle der Prüfling anhand realitätsnaher Computersimulationen unter Beweis, dass er gefährliche Verkehrssituationen rasch erkennt und richtig reagiert. (anw)