Hollywood geht gegen DVD-Streaming-Dienst vor

Die Motion Picture Association of America (MPAA) hat Klage gegen den Online-Videodienst Zediva eingereicht, der nach eigenen Angaben DVD-Inhalte über das Internet zum Kunden streamt.

vorlesen Druckansicht 29 Kommentare lesen
Lesezeit: 2 Min.

Die US-amerikanische Filmvereinigung Motion Picture Association of America (MPAA) hat am Bezirksgericht von Zentralkalifornien eine Klage auf Urheberrechtsverletzung gegen den Online-Videodienst Zediva eingereicht. Die MPAA verlangt darin eine Zahlung von je 150.000 US-Dollar pro genutztem Werk; weiterhin soll dem Dienst die Fortführung seiner Geschäfte untersagt werden.

Zediva streamt Filme auf Abruf gegen Bezahlung zu seinen Kunden, behauptet von sich selbst jedoch, eher eine gewöhnliche Videothek zu sein denn ein Video-on-Demand-Dienst. Tatsächlich stünden in den Räumlichkeiten des Unternehmens jede Menge DVD-Player, über die die gemieteten Scheiben tatsächlich abgespielt würden – wobei bei jedem Mietvorgang ein Gerät belegt sei. "Es ist wie ein DVD-Player mit einem wirklich langen Kabel dran", erklärte ein Zediva-Sprecher gegenüber der US-Presse. Zu Kundenzahlen äußerte sich der Dienst bislang nicht, Interessenten müssen sich seit einiger Zeit auf einer Warteliste eintragen.

Zediva (4 Bilder)

Der DVD-Player wird gestartet...

Nach dem Start des Verleihvorgangs wird laut Anzeige erst einmal der DVD-Player hochgefahren. Danach überprüft der Dienst die Verbindung und beginnt schließlich mit der Übertragung des DVD-Inhalts.

Auf seiner Website wirbt Zediva unter anderem damit, Filme früher anzubieten als der US-amerikanische Video-on-Demand-Dienst Netflix. Zu den aktuellen Filmen im Sortiment zählen "Black Swan", "Fair Game", "The Tourist" und "How Do You Know". Die Hollywood-Studios dürften sich schon daran stören, dass sich der neue Streaming-Service nicht an die Verwertungskette hält.

heise online hatte die Möglichkeit, einmal einen Blick auf das Zediva-Angebot zu werfen. Unabhängig davon, ob man den Aussagen der Betreiber glaubt, muss man dem Anbieter zugestehen, dass der Streaming-Dienst dem Anwender ein von DVD-Playern bekanntes Look-and-Feel vermittelt. Während sich Tonspuren und Untertitel wechseln lassen, ist eine Navigation durch das Hauptmenü allerdings nicht möglich – der Hauptfilm startet automatisch nach einigen Sekunden.

Ein ähnliches Angebot wie das von Zediva gab es mit "BeamDVD" Anfang 2009 auch in Deutschland. Der Dienst kassierte seinerzeit allerdings sehr schnell eine einstweilige Verfügung, die die GEMA beantragt hatte. Danach verschwand er wieder von der Bildfläche. (nij)