Microsoft hofft auf weitere Gespräche im EU-Kartellverfahren

Der Softwareriese setzt auf eine Entscheidung im EU-Kartellverfahren, die eine außergerichtliche Einigung möglich machen könnte.

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Von
  • Frank Möcke

Im Zuge der für Montag erwarteten Entscheidung des EU-Gerichts erster Instanz über die Aussetzung der Strafen, die die EU-Kommission im Kartellverfahren gegen Microsoft verhängt hat, setzt der Softwareriese auf ein Urteil, das eine außergerichtliche Einigung möglich machen könnte. Die EU-Seite zeigt hinsichtlich weiterer Gespräche indes eher die kalte Schulter und möchte alle Optionen offen gehalten sehen. Die EU-Kommission hatte ein Rekord-Bußgeld von 497 Millionen Euro und Auflagen gegen Microsoft wegen Markt-Missbrauchs verhängt.

Microsoft scheut sich offensichtlich vor einer langwierigen gerichtlichen Auseinandersetzung. Das EU-Gericht hat nicht nur über die Geldstrafe zu entscheiden, sondern auch darüber, ob sich der Konzern für mehr Wettbewerb öffnen muss. So könnte es für Computerhersteller auch eine Windows-Version ohne den Mediaplayer geben, und Microsoft müsste gut gehütete technische Geheimnisse an Konkurrenten preisgeben. Die Auflagen, die die EU-Kommussion neben der Geldstrafe verhängte, möchte Microsoft bis zur Entscheidung im Hauptsacheverfahren ausgesetzt sehen. Zudem hatte Microsoft die Geldstrafe fristgerecht überwiesen, zuvor aber bereits dagegen geklagt. (fm)