Allzeithoch bei Online-Stellenangeboten in der Schweiz
Es ist das dritte Mal in Folge, dass der Jobpilot-Index auf einen Wert über 100 stieg. Dies war zuletzt zu Hochzeiten der New Economy im Jahr 2001 der Fall.
Erneut ist die Zahl der über das Internet angebotenen Jobs in der Schweiz leicht gestiegen. Der neueste Jobpilot-Index, eine Schweizer Messgröße für die Entwicklung des Stellenangebots im Internet, erreichte im Oktober 2006 mit 130 Punkten ein neues Allzeithoch. Es ist das dritte Mal in Folge, dass der Index auf einen Wert über 100 stieg, was zuletzt 2001 der Fall war, wie Jobpilot mitteilte. Gegenüber der letzten Publikation des Index im Juli 2006 stieg der Wert mit 4 Punkten leicht an.
Der Teilindex für das Angebot auf den spezialisierten Jobsites verbessert sich gegenüber Juli ebenfalls um 4 auf 113 Punkte und erreicht damit genauso einen Höchststand wie der Teilindex für Unternehmen. Der von jobpilot.ch initiierte Index wird von der Universität Zürich und der Fachhochschule Nordwestschweiz vier Mal jährlich erhoben und von der Schwesterplattform Monster.ch publiziert. Mit seinem gegenwärtigen Höchststand übertrifft der Index den bisherigen Rekord aus der Hochkonjunkturphase während des New-Economy-Booms vor fünf Jahren deutlich. Damals, im Juli 2001, betrug er 113 Punkte, exakt zwei Jahre später rutschte er auf den Rekord-Tiefststand von 37 Punkten.
Die Gründe für das Allzeithoch sind laut Marketing Manager von Monster Switzerland, Renato Profico, der "anhaltende Aufwärtstrend auf dem Arbeitsmarkt und die nach wie vor wachsende Bedeutung des Internets für die Personalrekrutierung". Verstärkt würde der Trend zusätzlich durch die konjunkturbedingt intensivierte Suche nach qualifizierten Arbeitskräften.
Der Jobpilot-Index besteht aus zwei verschiedenen Teilindices. Einen nur noch leichten Anstieg um 3 Punkte gegenüber Juli auf nunmehr 164 Punkte verzeichnet der Teilindex für Unternehmen, der das Stellenangebot auf den Rekrutierungsseiten der Unternehmen misst. Er liegt damit aber massiv über dem Niveau des Boomjahres 2001. Für diesen Teilindex führt der Stellenmarktmonitor der Universität Zürich auf den Websites von rund 1000 Schweizer Firmen und Organisationen repräsentative Stichproben durch. Der Teilindex für Jobbörsen, also für Angebote auf den wichtigsten Internet-Stellenbörsen der Schweiz, verbessert sich deutlich um 4 auf 113 Punkte und übertritt damit zum zweiten Mal in Folge die 100-Punkte-Marke.
Die Stellenausschreibungen werden für den Jobpilot-Index seit Januar 2006 in fünfzehn Berufskategorien unterteilt, die Kategorisierung in Anlehnung an die Struktur des schweizerischen Bundesamtes für Statistik vorgenommen. Im Gesamtindex der Berufskategorien verzeichnen die einzelnen Berufsgruppen sowohl starke Zuwächse, als auch starke Rückgänge. In der Gruppe der Management- und Kaderpositionen stieg der Index mit 70 Punkten besonders stark an. Erheblich abgebaut haben die Berufsgruppen "Körperpflege, Reinigung und Hauswirtschaft" (-82 Punkte), sowie die Berufe in "Human Resource Management / Aus- und Weiterbildung" (-31 Punkte). Gute Zuwächse gibt es hingegen auch in den Kategorien "Unternehmensdienste, Consulting, Rechtsberufe" (+16 Punkte) "Medizinische Berufe" (+13 Punkte) sowie "Gewerbliche und industrielle Berufe" (+13 Punkte).
Zugelegt hat auch wieder das Stellenangebot in der Presse. Der von der Fachhochschule Nordwestschweiz berechnete Print-Index, der das Stellenangebot in den Tageszeitungen ausweist, stieg im aktuellen Quartal (August bis Oktober 2006) gegenüber dem Vorquartal um 5 auf 43 Punkte. Damit steigt der Print-Index etwas stärker an als der Online-Index. Im Sommerquartal, in dem die Stellenangebote bei den Printmedien tendenziell stärker zurückgehen als im Internet, war er leicht gesunken. (Tom Sperlich) / (jk)