Websites aktuell
Eckpunkte der IT-Geschichte
www.ibm.com/ibm100/us/en/icons
IBM stellt mit 100 Icons of Progress zum eigenen hundertjährigen Geburtstag 100 „ikonische Momente“ vor – wichtige Erfindungen des Unternehmens aus einem Jahrhundert der Firmengeschichte. Die englischsprachige Site spart nicht an dem bei solchen Veröffentlichungen unvermeidlichen Eigenlob, etwa wenn das jeweilige Team vorgestellt oder zitiert wird.
Nichtsdestotrotz ist die Site einen Besuch wert, weil sich in der Geschichte des Unternehmens IBM die Historie der maschinellen Informationsbearbeitung generell spiegelt. So startete IBM als Firma, die kommerzielle Waagen und Uhren sowie Maschinen zum Auszählen und zur Erfassung von Lochkarten herstellte. Heute zählt IBM mehr als 400 000 Mitarbeiter in den verschiedensten Bereichen der IT-Industrie.
Entsprechend vielseitig sind die Beispiele, die auf der Website zusammengetragen wurden, von der Kugelkopf-Schreibmaschine über die erste „Hochsprache“ FORTRAN und die Floppy Disc bis zum Gewässermanagement. Dabei bereitet IBM die Themen mit diversen Multimediaelementen gut auf. Beim Thema Linux etwa fehlt der Linux-Stammbaum ebenso wenig wie eine Würdigung des Maskottchens Tux. Bis Redaktionsschluss waren 35 ikonische Momente auf der Website zu finden. Bis zum Ende des Jubiläumsjahres will IBM die Zusammenstellung komplettiert haben.
Kindgerechte Videoplattform
Unsere Jüngsten müssen in die Online-Medienwelt eingeführt werden, doch die gängigen Videoplattformen sind mit ihren Inhalten nur bedingt für ein junges Publikum geeignet. Die Plattform clipklapp soll als sichere Umgebung die ersten Schritte ermöglichen. Eine Redaktion stellt sicher, dass nur für Kinder geeignete Filme und Kommentare auf der Plattform veröffentlicht werden.
clipklapp will Kinder dazu animieren, eigene Filme anzufertigen. Das von zwei Bundesministerien und dem Deutschen Kinderhilfswerk geförderte Projekt vermittelt dazu Grundlagenwissen zu verschiedenen Filmgenres und empfiehlt hierzu weitere Web-Dienste. Zum Thema Musik und Geräusche etwa verweist clipklapp auf lizenzfreie Angebote. Wer nicht filmen möchte oder kann, dem steht ein kleines Animationsstudio zur Verfügung. Speichern lassen sich die Kunstwerke nur nach einer Registrierung mit einer E-Mail-Adresse. (Heiko Kothhöfer/jo)
Wo Wind weht
www.windguru.cz
www.windfinder.com
www.muchoviento.net
Für viele Freizeitaktivitäten sind exakte Windvorhersagen nützlich: fürs Segeln, Kite- oder Windsurfen, fürs Drachenfliegen und -steigenlassen. Viele Windsportler nutzen den Windguru, der Vorhersagen aus drei verschiedenen Rechenmodellen anbietet. Allerdings gibt es dort kostenlos nur Berechnungen, die bereits ein paar Stunden alt sind. Wer aktuelle möchte, muss sich einen kostenpflichtigen Account anlegen.
Kostenlos bekommt man aktuelle Windvorhersagen bei Windfinder. Je nach Ausstattung des Spots bietet die Seite weitere Daten wie Wellenhöhen und -frequenz oder Tiden, aktuelle Wind-Messwerte und Jahresstatistiken zur Urlaubsplanung. Die Daten lassen sich nicht nur im Browser abrufen, sondern auch mit Apps für iPhone, Android und Windows Mobile oder mit Gadgets und Widgets für so ziemlich alle Desktops und sogar mit einem Firefox-Plug-in. Anders als bei Windguru kann man sich die interessanten Spots in diesen Apps ohne einen Account für die Webseite zusammenstellen.
Spartanischer gibt sich Muchoviento. Die Seite bietet Windvorhersagen fĂĽr ausgesuchte Wassersport-Spots, die sich sonst nur per Android-App abrufen lassen. Doch gerade fĂĽr manche Binnenseen passen die Berechnungen von Muchoviento gelegentlich besser als die der anderen. (je)
Strahlungskarten
http://odlinfo.bfs.de
www.bfs.de/de/ion/imis/imis_uebersicht.html
Die Erdbeben- und Reaktorkatastrophen in Japan haben die Menschen auch in Deutschland wieder für die Gefahren der Radioaktivität sensibilisiert. So scheinen derzeit wesentlich mehr politische Kräfte den Ausstieg aus der Atomkraft zu befürworten als noch vor Monaten. Der Umstieg auf andere Energieformen wird sich allerdings noch über Jahre hinziehen – aber was ist mit der konkreten Bedrohung hier und jetzt? Wo kann man sich eigentlich darüber informieren, welcher radioaktiven Belastung man aktuell ausgesetzt ist?
Als Reaktion aus den Erfahrungen mit dem Reaktorunfall 1986 in Tschernobyl, in dessen Nachgang es an einer systematischen Erfassung der radioaktiven Belastung fehlte, wurde das integrierte Mess- und Informationssystem für die Überwachung der Radioaktivität in der Umwelt installiert, kurz IMIS. Es erfasst an etwa 1800 Stationen bundesweit die Gamma-Ortsdosisleistung und stellt sie im Web ähnlich einer Wetterkarte dar. Die Messpunkte sind klickbar; man kann also den genauen Verlauf der Radioaktivität an einem Messpunkt in seiner Nähe erfahren. In der Einzelaufzeichnung werden die Messwerte ein wenig eingeordnet. Mehr Hintergrundinformationen zu IMIS finden sich auf den Seiten des Bundesamtes für Strahlungsschutz.
Die Websites aus c't 09/2011