Hey du!

Keiner soll einsam sein – schon gar nicht im digitalen Zeitalter. Online-Kontaktbörsen und Partnervermittlungen bemühen sich nach Kräften, dieses Ziel zu verwirklichen.

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Von
  • Diane Sieger
Inhaltsverzeichnis

Recht gering ist die Wahrscheinlichkeit, den Partner fürs Leben im Supermarkt oder in der Eckkneipe zu finden. Insbesondere, wenn man in fortschreitendem Alter mit beiden Beinen fest im Berufsleben steht, sinkt die Zahl der Gelegenheiten, bei denen man der großen Liebe zufällig über den Weg laufen könnte. Und selbst wenn man sich im Vorbeigehen in jemanden verguckt, so fehlt doch oft der Mut, sich umzudrehen und gleich mit der Frage „Sind Sie Single?“ ins Haus zu fallen. Glücklicherweise tummeln sich viele Ungebundene im Netz – da lohnt sich ein Blick ins WWW, um nach dem richtigen Partner Ausschau zu halten und dem Alleinsein den Rücken zu kehren.

Die wohl bekannteste Methode, im Netz nach einem Partner zu suchen, ist die klassische Kontaktbörse. Man erstellt ein Profil, nennt Vorlieben und äußert Wünsche, welche Eigenschaften der potenzielle Partner mitbringen sollte. Das Hochladen eines Fotos erhöht die Chancen, schon bald eine Nachricht von jemandem zu erhalten, der Interesse bekundet. Wer nicht warten möchte, kann selbst Profile durchschauen und in Kontakt mit anderen Mitgliedern des Service treten. Nun ist das erste Treffen nicht mehr weit entfernt, und mit etwas Glück läuten schon bald die Hochzeitsglocken.

So weit die Theorie. Die Realität sieht leider ein wenig anders aus. Man buhlt mit Tausenden von Mitbewerbern um die Aufmerksamkeit derjenigen, die sich frustriert durch endlose Reihen von Onlineprofilen klicken. Um aus der Masse herauszustechen, muss das eigene Profil schon etwas Besonderes sein. Diplompsychologin und Psychotherapeutin Dr. Doris Wolf erklärt, worauf es bei der Profilerstellung ankommt. Eines der wichtigsten Elemente ist das Foto – hat man ein gutes Bild hochgeladen, verweilen Interessenten länger auf der Profilseite und lesen sich auch detailliertere Angaben genauer durch. Der englischsprachige Dating-Service OkCupid hat für einen Blog-Eintrag zum Thema die Fotos von 7 000 seiner erfolgreichen Mitglieder ausgewertet und das Ergebnis zusammengefasst. Die wichtigsten Tipps: lächeln, das T-Shirt anbehalten und das Gesicht zeigen.

Doch selbst wenn das Profil nahezu perfekt ist, die nächste Hürde wartet in Form der ersten E-Mail an jemanden, der für ein Date infrage kommt. Worauf es dabei ankommt, lässt sich bei ElitePartner nachlesen. Ganz wichtig: keine Standard-Mail an 20 verschiedene Kandidaten verschicken, sondern das Profil des Gegenübers studieren und darauf eingehen. Bevor man jedoch jemandem auf eine E-Mail antwortet, sollte man sich die gängigen Betrugsmaschen vergegenwärtigen. Eine Liste in englischer Sprache stellt die populärsten Methoden vor. Regel Nummer eins: niemals Geld an jemanden überweisen, den man nicht persönlich kennt. Leider fallen immer noch viele Nutzer von Online-Dating-Webseiten auf derartige Betrugsversuche herein.

Steht nach erfolgreichem Mailkontakt das erste Treffen an, gibt es erneut einige Regeln zu beachten. Der Stern hat die Top Ten der Tipps für das erste Date zusammengestellt. Was das Magazin jedoch versäumt, ist, Warnungen auszusprechen. Denn das Thema Sicherheit sollte bei jedem ersten Date großgeschrieben werden. Insbesondere für Frauen ist es wichtig, sich beim ersten Mal an einem belebten Ort, beispielsweise in einem Café oder Restaurant, zu treffen. Außerdem sollte immer jemand aus dem Freundes- oder Bekanntenkreis Bescheid wissen, wann, wo und wie lange man sich mit der Online-Bekanntschaft zu treffen gedenkt. Auf Traumfrauansprechen.com und dem Singlebörsen-Vergleich findet man weitere Tipps für das erste Treffen.

Weltoffene Partnersuchende können in allen Ländern dieser Erde versuchen, den passenden Partner zu finden. Doch aufgepasst – andere Länder, andere Sitten. Flirttaktiken, die im deutschsprachigen Raum Erfolg versprechend sind, können sich anderswo als große Pleiten erweisen. Es lohnt sich also, sich vor der Erstellung eines Onlineprofils über landestypische Sitten zu informieren. In Indien etwa ist es gar nicht unwahrscheinlich, dass das Profil des Gegenübers heimlich von dessen Eltern eingestellt wurde. Der Onlineservice shaadi.com verfügt sogar über Geschäftsräumlichkeiten, damit auch Eltern ohne Internetzugriff das Profil der Kinder in Umlauf bringen können. Und nur, wenn das Horoskop Kompatibilität bestätigt, kann es überhaupt zu einem Treffen kommen – nachzulesen in einer Reportage über Online-Dating. Oft wissen die Kandidaten, durch deren Profile man sich klickt, gar nichts von den geschalteten Anzeigen.

Wer weder Zeit noch Lust dazu hat, sich selbst durch die Masse an Profilen potenzieller Lebensgefährten zu arbeiten, für den gibt es Partnervermittlungen. Zu Beginn der Mitgliedschaft wird ein Persönlichkeitstest durchgeführt, der häufig auf dem Fünf-Faktoren-Modell basiert. Das daraus resultierende Profil gibt die Agentur zusammen mit Präferenzen – etwa Erwartungen an die Persönlichkeit des Partners und dessen soziodemografische Kriterien – in einen Computer ein, der anschließend eine Liste geeigneter Partner auswirft. Die Wahrscheinlichkeit, dass man jemanden findet, dessen Grundeinstellung mit der eigenen harmoniert, ist so wesentlich höher, als wenn man einen Kandidaten basierend auf dessen Foto und selbstverfasstem Profil einer Kontaktbörse auswählt.

Suchende, denen es schwerfällt, anhand eines Onlineprofils eine Vorauswahl zu treffen, können auf Speed-Dating zurückgreifen. Ursprünglich von einem Rabbi entwickelt, um Singles jüdischen Glaubens das Kennenlernen Gleichgesinnter zu erleichtern, wurde das Konzept schnell in den allgemeinen Dating-Bereich kopiert. Beim Speed-Dating treffen sich die gleiche Anzahl männlicher und weiblicher paarungswilliger Personen, jeder verbringt mit jedem etwa fünf Minuten und nach dem Event teilt man dem Veranstalter mit, an welchem der Teilnehmer man Interesse hat. Beruht das auf Gegenseitigkeit, händigt die Agentur die jeweiligen Kontaktdaten aus und einem erneuten Treffen steht nichts mehr im Wege. Doch auch beim Speed-Dating ist Vorsicht geboten – je größer die Auswahl und je unterschiedlicher die Kandidaten, desto geringer sind die Chancen, dabei auf die große Liebe zu treffen, wie Der Spiegel wissenschaftlich fundiert zu berichten weiß.

Natürlich geht die Onlinesuche nach einem Partner nicht immer gut. Sei es, dass sich das Date als extrem schweigsam entpuppt, die Herzensdame angeregt über ihre Brust-Vergrößerung plaudert oder plötzlich der Ex auftaucht und noch während des Treffens eine große Wiedervereinigung stattfindet – die Liste möglicher Pannen ist lang. Einige Erfahrungsberichte von ersten Dates kann man bei T-Online nachlesen.

Aber nicht jeder, der sich im Online-Dating versucht, fällt auf die Nase, es gibt auch Erfolgsgeschichten. Viele Dating-Webseiten haben einen Bereich, in dem sie Mitglieder vorstellen, denen ihr Service zu einem neuen Partner verholfen hat. Ein Beispiel ist die Lovestories-Seite von kissnofrog. Die Paare, die dort zu Wort kommen, haben sich über die Webseite kennen- und liebengelernt, und machen anderen Mut, sich ebenfalls online auf die Suche zu begeben.

Trotz aller Ernsthaftigkeit, mit der die Partnersuche betrieben wird, sollte man den Humor nicht aus den Augen verlieren. Allen, die mal wieder herzhaft lachen möchten, sei der Kurzfilm „Dog Video Dating“ empfohlen. Der Titel spricht Bände.

Singlebörsen und Partnerbörsen im Vergleich
Eine weitere sehr gute Seite um Singlebörsen zu vergleichen ist Singleboerse-tipp. Übersichtlich in Tabellen erhält man den Überblick über die Kosten und Funktionen der wichtigsten Flirt-Portale.
Zugeschickt von: Torsten MĂĽller (ka)