Der Vater der Apfelmännchen ist ein Cowboy
Als Erfinder der fraktalen Geometrie hat Benoît Mandelbrot das geschafft, was den meisten Wissenschaftlern versagt bleibt: Seine Theorie wurde populär.
Als Erfinder der fraktalen Geometrie hat Benoît Mandelbrot das geschafft, was den meisten Wissenschaftlern versagt bleibt: Seine Theorie wurde populär. Doch das ist nicht nur ihrer Genialität, sondern auch einer geschickten Öffentlichkeitsarbeit Mandelbrots zu verdanken, berichtet die Technologiezeitschrift Technology Review in einem Mandelbrot-Porträt in ihrer neuen Ausgabe.
Die fraktale Geometrie lieferte vielen Wissenschaftlern ein Werkzeug, mit dem sie alte Probleme in ein neues Licht rücken konnten: Strömungstechniker gewannen unerwartete Einsichten in die Entstehung von Turbulenzen, Kosmologen verstanden die Anordnung von Sternenhaufen besser und Mediziner erkannten Muster in Herzrhythmus-Störungen. Eine grafische Repräsentation der Theorie sorgte dafür, dass selbst Privatleute von ihr fasziniert waren: Mandelbrots "Apfelmännchen" fanden den Weg auf T-Shirts und Poster.
Allerdings ist Mandelbrot nicht nur für seine Theorie -- die mittlerweile als ausgereizt gilt -- berühmt, sondern in der wissenschaftlichen Gemeinde auch für seine schlechten Umgangsformen. "Er kann wirklich ziemlich aggressiv sein", sagt ein Forscher. Als Vorbild hat er sich nach eigener Aussage den Fernseh-Cowboy Bret Maverick gewählt.
Die neue Ausgabe der Technology Review mit dem Porträt von Benoît Mandelbrot ist bei gut sortierten Einzelhändlern erhältlich oder kann portokostenfrei online bestellt werden. (pmz)