Speichermarkt: HEKs stabil, im Verkauf mit Abschlägen
DDR-RAM ist derzeit gut verfügbar. Die Ereignisse in Japan beeinträchtigen den Markt momentan nicht. Während sich die HEKs auf einem leicht erhöhten Niveau eingependelt haben, deutet sich im heise resale Preisradar ein Preisverfall an.
Die HEKs für DDR-800-Speicher sind im 5-Wochen-Rückblick etwas stärker gestiegen als für DDR3-Module. Für die kommenden Wochen halten Marktbeobachter leichte Preisabschläge für sehr wahrscheinlich.
Das Speichergeschäft hat sich wieder normalisiert. "Die zunächst sehr starke Preisexplosion nach Bekanntgabe der Katastrophe in Japan ließ in ihrer Wirkung wenige Tage später nach und führte zu einer Stabilisierung auf einem etwas höheren Preisniveau", erklärt George Linardatos, General Manager bei Transcend, gegenüber heise resale. Im Vergleich zur KW 11 Mitte März liegen alle HEKs typübergreifend im Schnitt um vier Prozent höher. Ausreißer gab es zuletzt keine mehr.
"Die Nachfrage ist nach wie vor gut und die VerfĂĽgbarkeit der Produkte hat sich im Vergleich zum ersten Quartal verbessert", sagt Florian Gerken, Senior Manager Components bei Ingram Micro Distribution. "Am besten verkaufen sich derzeit DDR3-1333-RAMs mit zwei bzw. vier GByte sowie DDR2-667-Speicher mit einem GByte."
Während die HEKs im Wochenvergleich konstant auf der Stelle treten, bricht der durchschnittliche Angebotspreis im Onlinehandel laut heise resale Preisradar um rund 15 Prozent ein. Mit 39,63 Euro brutto steht dieser nun fast wieder auf dem Niveau der KW 11 (39,22 Euro). Am meisten gesucht ist das Teamgroup-Kit Elite DIMM Kit 8GB PC3-106677U mit acht GByte (VK 58,80 Euro), dass seit Mitte März um zirka sieben Prozent günstiger geworden ist. Insgesamt platzieren sich acht 8-GByte-Kits unter den Top 10 – ein offensichtlicher Trend.
"Die Nachfrage im Streckengeschäft mit dem Fachhandel ist stabil", ergänzt Ulf Kilper, Produktmanager RAM und Flash im Einkauf bei Devil. "Allerdings sind größere Deals und Projekte aktuell eher selten, so dass die Nachfrage in der Gesamtbetrachtung eher schwächer ausfällt. In den folgenden Wochen ist nicht mit einer insgesamt erhöhten Nachfrage zu rechnen und auch das Preisniveau wird sich ebenso wenig gravierend verändern." Zum zweiten Halbjahr 2011 sollte der Handel wieder von steigenden Preisen ausgehen.
Bei der Preisbeobachtung unterstĂĽtzten uns:
Actebis Peacock
B.com Computer AG
CTT AG
Devil AG
Ecom GmbH
Ingram Micro GmbH
Transcend-Manager Linardatos schließt kurzfristige Engpässe nicht aus. Bis auf weiteres bleibe es aber auf Anbieterseite bei gut gefüllten Lagern. "Das Verhalten der Chip-Einkäufer wird die weitere Tendenz bestimmen: Akzeptieren sie die leicht erhöhten, stabilen Preisquotierungen oder reduzieren sie ihre Nachfragemengen, um die Chip-Hersteller zu sinkenden Preisquotierungen zu bewegen", fragt Linardatos. "Wir rechnen in den nächsten Wochen mit einer weiterhin guten Nachfrage und Verfügbarkeit, bei leicht fallenden Preisen", konstatiert Ingram-Manager Gerken. (map)