Mit künstlicher Intelligenz Bodenschätze aufspüren
Mittels neuronaler Netze sollen vorhandene Datenmengen neu interpretiert werden: Es gehe darum, die "Fußabdrücke" von Rohstofflagerstätten in einer großen Menge von Daten zu finden und zu analysieren, meinen die Entwickler einer KI-Software.
Die Wissenschaft setzt bei der Erkundung von Bodenschätzen zunehmend auf Künstliche Intelligenz. Im Kern geht es um sogenannte neuronale Netze, mit deren Hilfe bereits vorhandene Datenmengen neu interpretiert werden. Eine entsprechende Software hat das Freiberger Unternehmen Beak Consultants GmbH entwickelt und bereits erfolgreich getestet. "Das Verfahren ist in der Lage, mehrere Datenebenen parallel zu verarbeiten. Der Mensch vermag nur zwei oder drei Informationsebenen gleichzeitig zu überblicken, mit neuronalen Netzen sind es 30 bis 40", so Beak-Geschäftsführer Andreas Barth im Gespräch mit dpa.
"Wir sprechen von Footprints. Es geht darum, die 'Fußabdrücke' von Rohstofflagerstätten in einer großen Menge von Daten zu finden und zu analysieren. Die Software kombiniert die Daten, stellt eine Beschreibung des Abdruckes her und untersucht die vorliegenden Daten auf Analogiefälle", betonte der Wissenschaftler. Auf diese Weise ließen sich Rückschlüsse auf neue Lagerstätten ziehen. Als Resultat davon entstünden Rohstoffprognosekarten.
Laut Barth kam die Software bisher unter anderem im Kosovo zum Einsatz. Hier wurden Prognosekarten für die Metalle Gold, Blei, Zink und Chrom gerechnet. Diese Karten sind jetzt wichtige Grundlage für die Akquisition von Investoren in Bergbauprojekte. In Ghana ging es um die Herstellung von Prognosekarten für Goldlagerstätten in einem bisher wenig untersuchten Gebiet. "Neuronale Netze sind vor allem dort unabdingbar, wo es um die Beurteilung großer Flächen geht."
Auch bei einer Neubewertung der Rohstoffvorkommen im Erzgebirge und im Vogtland soll die Künstliche Intelligenz helfen. Hier seien Daten aus den 1980er-Jahren neu zu bewerten. Barth erinnerte daran, dass in Gottesberg bei Tannenbergsthal (Vogtland) schätzungsweise 120.000 Tonnen Zinn im Boden liegen. Bislang blieb die Lagerstätte unberührt, weil sie vergleichsweise tief liegt und nur einen Gehalt von 0,25 Prozent Zinnanteil (2,5 Kilogramm Zinn pro eine Tonne Gestein) besitzt. "Wenn die Preisentwicklung aber so bleibt, wird das irgendwann ein Thema." (jk)