US-Army: Kampfeinsatz mit Smartphone in der Hand
Die US-Army testet Smartphones mit Android fĂĽr den Fronteinsatz. Spezielle Apps sollen den Truppen helfen, besser untereinander zu kommunizieren und effektiver zu arbeiten.
Die große Faszination für Smartphones hat nun auch die US-Streitkräfte erreicht. Die kleinen multimedialen Helfer sollen in Zukunft für eine bessere Kommunikation, Orientierung und Koordination der amerikanischen Streitkräfte sorgen. Wie die US-Army berichtet, testet sie seit einiger Zeit die Vorteile von Smartphones. Ein angepasstes Android-System Joint Battle Command-Platform (JBC-P) dient dabei den Geräten als Grundlage. Das Grundgerüst dieser regierungseigenen Software ist das Mobile/Handheld Computing Environment (CE), das eine Nutzung in sicherer Umgebung garantiert und sicherstellt, dass die Kommunikation mit bereits existierenden Kommandosystemen nahtlos funktioniert. Ein Prototyp wird bereits bei den Einsatzübungen der Fallschirmspringer der 82sten Division verwendet.
"Wenn wir vor uns einen Feind sehen, können wir ihn in das GPS-System eintragen," berichtet Bui, ein Fallschirmspringer der 82sten Division. So könne man nachfolgende Soldaten vor Feinden warnen. Mit diesem System soll die Verständigung zwischen Bodentruppen, Versorgungseinheiten, Luftwaffe, mobilen medizinischen Einheiten und Kommandozentralen verbessert werden, sodass alle Beteiligten dieselben Informationen zeitgleich erhalten und nutzen können.
Drittanbietern wird laut US-Army die Möglichkeit gegeben, Anwendungen für das neue Smartphone-System zu entwickeln. Die Mobile/Handheld CE soll im Juli für die Industrie öffentlich zugänglich sein. In der Zwischenzeit will die Army ihre Mission Command App verfeinern. Diese soll nicht nur Karten und taktische Bodeneinsatz-Berichte enthalten, sie soll auch taktische Grafiken und kritische Nachrichten (STOP Nachrichten oder Hilferufe) für alle Kommandozentren anzeigen.
Was die Hardware betrifft, hat die US-Army noch keine Entscheidung getroffen. Sie schwankt zwischen dem Bau eines eigenen Geräts und der Nutzung eines kommerziellen Smartphones, das mit einer Schutzhülle versehen werden müsste. Fest steht, dass das Gerät mit verschiedenen militärischen Funknetzwerken eingesetzt werden soll. Klassische GSM- und 3G-Netze, sowie GPS und einige Standardanwendungen wie ein Adressbuch oder der Open Office Viewer sind auch vorgesehen. (jdw)