Kinder per Handy an die Leine legen

Mit dem Mobiltelefon "i-Kids" und der dazugehörigen Dienstleistung der Björn Steiger Stiftung können Kinder Notrufe absetzen und Eltern ihre Schützlinge in einen virtuellen Laufstall stecken.

vorlesen Druckansicht 397 Kommentare lesen
Lesezeit: 2 Min.

Die Björn Steiger Stiftung bietet ein Mobiltelefon für Kinder an, das via GPS geortet werden kann. So sollen Eltern jederzeit online feststellen können, wo sich ihre Schützlinge aufhalten. Außerdem können die Kinder mit dem Handy namens i-Kids auch angerufen werden und SMS empfangen, allerdings selbst nur vier vorab gespeicherte Nummern anrufen. Dementsprechend hat das Gerät nur vier Zifferntasten. Dazu kommt eine "Paniktaste" für den Notfall. Wenn sie gedrückt wird, werden automatisch alle vier gespeicherten Nummern nacheinander angerufen. Gibt es von dort keine Antwort, wird der Notruf an die Zentrale der Björn Steiger Stiftung Service GmbH weitergeleitet.

"Jedes Kind hat ein Recht auf Selbstständigkeit. Und gleichzeitig darauf, beschützt zu werden", erläutert Pierre-Enric Steiger, Geschäftsführer der Stiftung. Wie weit die Selbständigkeit gehen darf, können Eltern mit "Geo-Fencing" festlegen. Sobald das Kind eine von den Eltern als Bewegungsraum festgelegte Zone verlässt, werden sie automatisch per Anruf oder SMS benachrichtigt.

Das i-Kids ist in den Modellen Metallic-Pink/Lime und Stahlblau/Türkis erhältlich und kostet ohne Mobilfunkvertrag 149 Euro. Gratis bekommen es jene, die den für die Ortung notwendigen Steiger-Service "LifeService Kids" oder "LifeService Kids light" für monatlich 29,90 beziehungsweise 9,90 Euro abonnieren. Dazu kommen Mobilfunkgebühren und Kosten für den Datentransfer.

Die Björn Steiger Stiftung wurde nach einem Kind benannt, das im Mai 1969 nach einem schweren Verkehrsunfall auf dem Weg ins Krankenhaus starb, weil es zu lange dauerte, bis Helfer am Ort waren. Kurz darauf gründeten die Eltern des getöteten Kindes die Stiftung, um dafür zu sorgen, dass Rettungsdienste schneller zum Einsatzort kommen. Ortungsdienste für Handys sind in Deutschland nichts neues, beispielsweise kam vor drei Jahren ein Dienst auf den Markt, bei dem Eltern ihren Nachwuchs via GSM orten sollten. Allerdings funktioniert diese Ortung nicht so genau wie beim GPS. In den USA startete vor vier Jahren der Verkauf eines Armbands mit GPS-Empfänger. Noch früher, nämlich vor fünf Jahren, stellte das deutsche Traditionsunternehmen Bosch bereits ein Handy mit GPS-Empfänger als Notruf-Service vor. (anw)