Open-Source-Telefonie: Asterisk-Buch im "Beta-Test"

Der Autor eines "How to"-Bands rund um die frei verfügbare Telefonanlagen-Software hat einen Teil der Kapitel ins Web gestellt und lädt zum Korrekturlesen. Das Gesamtwerk soll nach Erscheinen jeder frei herunterladen und verbessern können.

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Zu einem ungewöhnlichen "Beta-Test" lädt der Asterisk-Berater Stefan Wintermeyer ein: Er hat einen "How to"Band rund um die frei verfügbare Telefonanlagen-Software in Grundzügen fertiggestellt und einen Großteil der Kapitel auf einer Webseite veröffentlicht. Interessierte Nutzer sind zum Korrekturlesen eingeladen. Verbesserungsvorschläge können an den Autor per E-Mail geschickt werden.

Wintermeyer geht also nicht soweit, auch gleich eine gemeinsame webbasierte Arbeitsplattform in Form etwa eines Wiki einzurichten, spricht aber davon, das Beta-Tests sich bei Softwareprojekten bewährt hätten. Das Gesamtwerk aber, das nach aktuellem Zeitplan im Februar herauskommt, soll jeder frei herunterladen, verbessern oder fortschreiben können. Es wird unter der GNU Free Documentation Licence (GFDL) stehen, die unter anderem auch von der Online-Enzyklopädie Wikipedia genutzt wird.

"Dieses Buch ist kein abgeschlossener Text, es soll 'lebendig' bleiben und ständig verbessert werden", schreibt Wintermeyer im 1. Kapitel. Demnach können "Mitautoren" auch Vorschläge für "ausformulierte Veränderungen" machen, indem sie entsprechende Textabschnitte als ASCII-Datei oder direkt im DocBook-Format übersenden. Auch langfristig soll über die Webseite sichergestellt werden, dass der Band immer auf dem aktuellen Stand ist. Der Asterisk-Experte spricht von einem "Experiment": Es könne schließlich sein, das keiner mehr das knapp 50 Euro teure Buch kaufen werde, wenn er die Infos kostenlos online bekommt. Gemäß dem Prinzip der Aufmerksamkeitsökonomie hofft Wintermeyer aber, letztlich dennoch Käufer zu finden.

Wer sich an Asterisk und das Buch heranwagen will, sollte keine Ängste vor Kontakten mit der Kommandozeile haben. Auch bei der Installation einer "Minimal-Telefonanlage" mit der freien Software sind etwa laut Kapitel 2.7. ein paar Konfigurationsarbeiten mit "Ihrem Lieblingseditor" zu erledigen. Weiter gibt der Band Tipps für die Einrichtung einer "großen Telefonanlage" oder eines Voicemail-Systems und erläutert die Geheimnisse der Asterisk-Datenbank sowie der wichtigsten Schnittstellen und Programmiermöglichkeiten der erfolgreichen Open-Source-Applikation. Dabei werden etwa auch Hinweise auf das Vermeiden von Problemen beim Zusammenspiel von Internet-Telefonieprotokollen und der in internen Netzwerken häufig verwendeten Network Address Translation (NAT) gegeben. (Stefan Krempl) / (jk)