Video-on-Demand und IPTV im Backbone
Das Content-Delivery-System von Cisco soll in Backbone-Netzen Video-on-Demand und IPTV an Internetnutzer ausliefern. Auch der Konkurrent Juniper hat sein Video-Broadcasting-System erweitert und verbessert.
Der Netzwerkhersteller Cisco hat auf der ITU Telecom World 2006 in Hong Kong ein System vorgestellt, mit dem Video-on-Demand und IPTV an Zuschauer im Internet ausgeliefert werden soll: Das Content Delivery System (CDS) besteht aus verschiedenen Hard- und Softwarekomponeten. Auch Konkurrent Juniper erweitert seine Service-Deployment-System SDX-300 um neue Funktionen und verbesserte das Point-to-Multipoint-System (P2MP), das beispielsweise Videos verteilt und auf dem Multiprotocol-Label-Switching (MPLS) beruht.
Ciscos CDS besteht aus Netzwerk-Geräten, den sogenannten Content Delivery Engines (CDE), und verschiedenen Anwendungen, die Cisco als Content Delivery Applications (CDA) bezeichnet und die auf diesen Geräten arbeiten. Die Software kümmert sich beispielsweise um die Anbindung verteilter Speichersysteme, das Verteilen und Zwischenspeichern von Videos oder um die Verwaltung des Gesamtsystems. Die CDEs können laut Hersteller in Bereiche für die Speicherung und Verteilung unterteilt werden, sie arbeiten aber wie ein logisches Gerät zusammen.
Mit "Liquid LSP" (Label Switched Paths) stellt Juniper ein System vor, das auf dem Application-Programming-Interface (API) des Service-Deployment-System SDX-300 aufsetzt. Videodienste sollen damit mit dem SDX-300-System und Juniper-Routern die besten Auslieferungswege im Netzwerk verhandeln können. Laut Hersteller bietet es außerdem Ausfallsicherheit und stellt die Qualität und die Erreichbarkeit des Videodienstes sicher. Die Router-Firmware Junos hat der Hersteller um zusätzliche P2MP-Fähigkeiten wie "Constrained Shortest Path First (CSPF)" erweitert. CSPF leitet einen Videostream möglichst effektiv, also auf den kürzestens Weg durch Netzwerk. (rek)