Freies Netz in Berlin bekommt Zuwachs
Das Berliner Yaam beteiligt sich nun auch an dem freien Netz in Berlin. Aus dem Berliner Club wird morgen erstmals ein Livestream von einer Party ĂĽber das Freifunk-Netz ĂĽbertragen.
Der Aufbau dezentraler, freier und selbstorganisierter Netzwerke in Berlin schreitet voran. Seit gestern ist auch der Club Yaam (Young and African Arts Market) Teil des Netzwerkes und seit einigen Wochen auch das besetzte Bethanien ("New Yorck"), berichtet das unabhängige Nachrichtenportal Indymedia. Am morgigen Donnerstagabend soll es erstmals aus dem Yaam einen Livestream von einer Party geben.
Die Vernetzung entsteht weitestgehend unter dem "PicoPeeringAgreement". Das ist eine Art Grundsatzabkommen der globalen Bewegung für freie, drahtlose Bürgernetze. Die beteiligten Kulturstätten sollen helfen, als Knotenpunkt miteinander verbundene lokale Netze in der Nachbarschaft entstehen zu lassen. So soll ein kostenloses stadtweites WLAN-Netz als Alternative zu kommerziellen Internetzugängen und Telefonnetzen gebildet werden.
Vor sechs Jahren begann in Berlin die WLAN-Vernetzung unter dem Namen citywave.net. 2001 und 2002 bildeten sich in Berlin kleinere WLAN-Communities in Friedrichshain, Mitte, Prenzlauer Berg und Kreuzberg. 2002/03 grĂĽndete der Verein C-Base das Projekt Berlin Back Bone, um sich in einer Gegend ohne DSL einen breitbandigen Anschluss zu schaffen. Vor zwei Jahren demonstrierte der Verein den Einsatz des "Optimized Link State Routing"-Protokolls auf der Wizard of OS.
Siehe dazu in Telepolis: (anw)
- Freie drahtlose BĂĽrgernetze, Teil 1
- Freie drahtlose BĂĽrgernetze, Teil 2: Consume - der kollektive Verbrauch von Bandbreite
- Es droht die totale Kommerzialisierung des Internet