Sounds und Sprache separiert
Meine Spielesoftware bietet mir an, verschiedene Ausgabegeräte für Sound und für Sprache zu wählen. Ich sehe aber nur ein Gerät (Realtek HD Audio), das auch das Standardausgabegerät ist. Die Sprachausgabe hätte ich gerne auf dem Kopfhörer, den Sound auf Lautsprechern. Wie kann ich die Kanäle des Audio-Systems auf Headset (Kopfhörer/Mikro) und Lautsprecher (Sound) aufteilen?
- Bernd Behr
Meine Spielesoftware bietet mir an, verschiedene Ausgabegeräte für Sound und für Sprache zu wählen. Ich sehe aber nur ein Gerät (Realtek HD Audio), das auch das Standardausgabegerät ist. Die Sprachausgabe hätte ich gerne auf dem Kopfhörer, den Sound auf Lautsprechern. Wie kann ich die Kanäle des Audio-Systems auf Headset (Kopfhörer/Mikro) und Lautsprecher (Sound) aufteilen?
Die erste von zwei unabdingbaren Voraussetzungen liegt bei Ihnen ja vor: Die Anwendung bietet die Ausgabe auf verschiedene Geräte an. Die zweite Voraussetzung ist, dass Ihr Rechner Sound-Hardware enthält, die zwei getrennte Sound-Datenströme ausgeben kann. In vielen PCs ist das der Fall, obwohl sie nur einen einzigen Audiochip enthalten: Immer dann, wenn dieser sogenanntes Multi-Streaming unterstützt. Ob dies bei Ihrer Audio-Hardware der Fall ist, weiß deren Hersteller. Für die aktuellen und verbreiteten Chips von Realtek gibt es online eine Feature-Tabelle (siehe c’t-Link), aus der Sie entnehmen können, ob Ihr Chip Multi-Streaming beherrscht. Welcher Chip auf Ihrem Board verbaut ist, zeigt Ihnen unter Windows der Gerätemanager an, ansonsten schauen Sie aufs Board.
Ein Multi-Stream-fähiger Audiochip sollte in seinem Konfigurationsprogramm – erreichbar in der Regel über ein Symbol im System-Tray – eine Wahl anbieten, in der sinngemäß von einer parallelen Wiedergabe zweier Audio-Streams auf den vorder- und rückseitigen Sound-Anschlüssen des PC die Rede ist. Häufig muss man diese Option in den erweiterten Einstellungen suchen; meist ist sie nur dann wählbar, wenn auch an beiden Ausgängen ein Kopfhörer oder Boxen angeschlossen sind. Falls keine entsprechende Option angezeigt wird, kann das daran liegen, dass der von Windows beziehungsweise vom PC-Hersteller mitgelieferte Treiber kein Multi-Streaming unterstützt. Einen aktuellen Treiber vom Hersteller des Mainboards oder des Audiochips zu installieren, ist dann auf jeden Fall einen Versuch wert.
Es kann aber auch sein, dass die Option zwar vorhanden, jedoch ausgegraut ist. Mit etwas Glück liegt es nur daran, dass im BIOS Audio-Features aktiviert werden müssen, damit Multi-Stream möglich wird. Bei weniger Glück hat der Board- oder Rechnerhersteller die Option nicht verdrahtet und sie steht daher nicht zur Verfügung. Zum Auflisten und Testen der vorhandenen Audio-Anschlüsse eignet sich übrigens seit Windows Vista der Eintrag „Hardware und Sound/Sound/Audiogeräte verwalten“ in der Systemsteuerung besser als der Gerätemanager.
Wenn sich mit der vorhandenen Hardware partout kein zweiter Audio-Ausgang aktivieren lässt, bleibt immer noch der Ausweg über eine extra Sound-Karte als zweites Ausgabegerät. Dies kann ein einfaches Exemplar in Form eines USB-Sticks sein, den man sehr billig im Handel bekommt – ein Kollege hat einen für 2,80 Euro inklusive Versandkosten bestellt. Die Sound-Qualität ist entsprechend dürftig, aber für Sprachkommunikation ausreichend. Die Installation ist denkbar einfach: Wenn Sie den Stick – es kann auch ein USB-Headset mit integrierten Sound-Chips sein – in einen USB-Port stecken, wird er von Windows erkannt und eingebunden. Er ist dann als zweites Audiogerät wählbar.