FAQ: Mediatheken ausreizen
Mediatheken auf dem TV
Wie kann ich Videos aus den Mediatheken der Sender auf meinem Fernseher betrachten?
Am komfortabelsten holen Sie sich die Mediatheken der Sender mit einem Media-Center-PC wie einem Acer Revo oder einer Asus Eee Box auf den großen Schirm. Die schlanken Rechner kosten etwa 400 Euro und sind dank Windows zu sämtlichen Online-Diensten kompatibel. Stöbert man nur gelegentlich durch die Mediatheken und scheut hohe Ausgaben, ist man mit einem DVI-auf-HDMI-Kabel für etwa 10 Euro gut bedient, das die Sendung vom PC oder Notebook auf den Flachbildfernseher überträgt.
Manche HD-Receiver wie der Humax iCord HD+, der VideoWeb 600S und der Vantage VT-100S bieten direkten Zugriff auf die Mediatheken der öffentlich-rechtlichen Sender, wobei sie meist den Datendienst HbbTV (Hybrid broadcast broadband TV) nutzen. Will man die Sendearchive ohne Zusatzbox mit dem TV aufrufen, muss man bei der Neuanschaffung darauf achten, dass HbbTV schon mit an Bord ist. Zudem bieten einige internetfähige Fernseher einen direkten Zugang zu den Archiven – inhaltlich können sich diese jedoch von den „echten“ Mediatheken unterscheiden.
Kurzzeitgedächtnis
Warum verschwinden die meisten Sendungen schon nach einer Woche aus den öffentlich-rechtlichen Mediatheken?
Die öffentlich-rechtlichen Sender dürfen selbst Eigenproduktionen nicht unbefristet online stellen. Der Rundfunkstaatsvertrag gestattet nur eine Verweildauer von sieben Tagen, Sendungen über „Großereignisse“ dürfen sogar nur einen Tag lang in den Mediatheken bleiben. Wollen die Sender bestimmte Videos länger anbieten, müssen diese extra geprüft werden (Drei-Stufen-Test). Am unkompliziertesten ist das mit Eigenproduktionen, sodass ARD und ZDF vor allem Dokumentationen bis zu ein Jahr lang online stellen.
Für die Mediatheken der Privatsender macht der Rundfunkstaatsvertrag keine derartigen Vorgaben. Dort bestimmen allein Fragen des Urheberrechts und der Geschäftsmodelle, wie lange welche Sendungen im Netz bereitstehen. RTL zum Beispiel bietet das Tagesprogramm 30 Tage und das Abendprogramm 7 Tage lang kostenlos zum Download an.
Mediathek mobil
Kann ich mit meinem Smartphone oder Tablet auf die Mediatheken zugreifen?
Von den öffentlich-rechtlichen Fernsehstationen ist bislang nur Arte im App-Zeitalter angekommen. Die kostenlose Arte-App gewährt iOS-Nutzern einen komfortablen Zugriff auf das Sendungsarchiv der vergangenen sieben Tage. Steuert man mit dem Smartphone-Browser die Mobilversion der ZDF-Mediathek an (http://m.zdf.de/mediathek), kann man auch ohne App bequem das Archiv des Zweiten Deutschen Fernsehens durchstöbern. Bei den großen Privatsendern gehört eine eigene App längst zum guten Ton: ProSieben und Sat.1 bieten Apps für iOS und Android an, die RTL-App läuft zusätzlich sogar auf Samsungs Bada-Handys. Eine ausführliche Übersicht bietet Ihnen der Artikel „Tap-TV“ in c’t 7/11.
KonservierungsmaĂźnahmen
Wie speichere ich die Beiträge aus den Mediatheken?
Die Programmanbieter verfügen in der Regel aus Kostengründen nur über eingeschränkte Verbreitungsrechte. In ihren AGBs finden sich daher üblicherweise Aufzeichnungsverbote. Nichtsdestotrotz gibt es Tools, die es ermöglichen. Am bekanntesten dürfte das Java-Programm MediathekView sein, das die Archive von ARD, ZDF, 3Sat und Arte anzapft. Die Software erstellt zunächst einen Katalog der verfügbaren Videos und lädt sie anschließend auf Wunsch über den VLC Media Player oder den enthaltenen flvstreamer auf den PC. Komfortabler ist die Freeware Mediathek, die es allerdings nur für Mac OS gibt. Will man Sendungen von Privatsendern und anderen Portalen herunterladen, führt oft die Windows-Freeware StreamTransport zum Ziel.
Liefern die Anbieter die Videos in geschĂĽtzten Streaming-Formaten aus, stoĂźen die Freeware-Tools an ihre Grenzen. Dann hilft nur kommerzielle Software wie der Replay Media Catcher oder der audials mediaraptor weiter. Letzterer bietet eine automatisierte Bildschirmaufnahme an, bei der das Video Bild fĂĽr Bild abgefilmt und anschlieĂźend neu kodiert wird.
Blick ĂĽber den groĂźen Teich
Meine Lieblingsserie wird Monate frĂĽher in den USA ausgestrahlt. Kann ich sie auf der Webseite des US-Senders anschauen?
Die amerikanischen TV-Sender blockieren Zugriffsversuche aus dem Ausland, um ihr Geschäft mit dem Export der kostspieligen Produktionen nicht zu stören. Will man trotzdem mit dem PC auf in den USA frei zugängliche TV-Streaming-Portale wie Hulu zugreifen, muss man die Verbindung über einen VPN-Server in den USA lenken. VPN-Zugänge mit US-IP bekommt man bereits für etwa fünf Euro monatlich bei Anbietern wie blackVPN und StrongVPN. Auch über den werbefinanzierten VPN-Provider Hotspot Shield kann man die US-Shows abrufen, allerdings sperren größere Streaming-Portale wie Hulu die von dem Anbieter vergebenen IP-Adressen schon mal aus.
Wer die Boxee Box sein Eigen kennt, kann die VPN-Zugangsdaten direkt im Gerät hinterlegen und komfortabel im Wohnzimmer auf Hulu und Co. zugreifen. Diese Kunst beherrschen nur die wenigsten Heimkinogeräte, sodass man den VPN-Zugang am besten mit dem PC nutzt. Auch der umgekehrte Weg funktioniert: Wenn man sich bei einem VPN-Server in Deutschland einmietet, kann man während eines Auslandsaufenthalts das deutsche Fernsehprogramm im Blick behalten.