Deutsches Konsortium will afghanische Mobilfunklizenz

Nachdem ĂĽber 80 Unternehmen Interesse an einer von zwei neuen afghanischen GSM-Lizenzen bekundet hatten, haben am Dienstag fĂĽnf Konsortien konkrete Gebote abgegeben.

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Nachdem über 80 Unternehmen Interesse an einer von zwei neuen afghanischen GSM-Lizenzen bekundet hatten, haben am Dienstag fünf Konsortien konkrete Gebote abgegeben. Darunter ist auch eine deutsche Gruppe unter der Führung von KB Impuls. Dies geht aus Informationen des afghanischen Kommunikationsministeriums hervor. Bisher gibt es in Afghanistan zwei öffentliche GSM-Netzbetreiber sowie ein von Ericsson in Kabul für internationale Hilfsorganisationen betriebenes Netz. Festnetzinfrastruktur existiert in dem Land fast gar nicht, weshalb Satellitenverbindungen für ein Mobilfunknetz wesentlich sind. Vor kurzem wurde in Afghanistan eine Regulierungsbehörde für Mobilfunk eingerichtet, die einen Entwurf für ein Telekommunikationsgesetz erarbeitet hat.

KB Impuls ist ein in Amerika, einem Teil der sächsischen Stadt Penig, ansässiges Unternehmen, das auf Satellitenkommunikationsdienste spezialisiert ist. Beispielsweise werden Bundeswehrsoldaten bei Auslandseinsätzen in Afghanistan, im Kosovo sowie in Bosnien und Herzegowina mit Telecomdiensten versorgt. Laut Website war für 2004 der Start von zwei geostationären Satelliten (Kepler 1 und 2) geplant, die Afrika, Europa, den Nahen Osten und Indien ausleuchten sollen. Die in privatem Eigentum stehende Firma bestätigte auf Anfrage, ein Gebot für eine afghanische GSM-Lizenz abgegeben zu haben. Näher könne aufgrund der Urlaubszeit erst in der kommenden Woche informiert werden. Den afghanischen Angaben zufolge gehören auch Siemens und "Vodafone-Arcor" zu dem Konsortium. Arcor bestreitet aber, etwas mit der Sache zu tun zu haben, es müsse sich wohl um Vodafone Deutschland handeln. Dort war bislang aber ebenso wenig in Erfahrung zu bringen wie bei Siemens.

Neben KB Impuls bewerben sich die libanesische Investcom, die luxemburgische Millicom International Cellular (mit ZTE), Warid Telecom aus den Vereinigten Arabischen Emiraten und das afghanische Start-Up Watan Mobile mit dem US-amerikanischen Satellitendienstleister GlobeComm. Millicom und Warid sind bereits im Nachbarland Pakistan als Mobilfunker tätig; eine Schwesterfirma von Warid plant ein internationales Glasfasernetz zu errichten, das Pakistan mit Afghanistan, China, Indien, dem Iran sowie einigen zentralasiatischen Staaten verbinden soll.

Sofern er bestimmte Mindestkriterien (Finanzkraft, Referenzprojekte) erfüllt, erhält der Höchstbieter eine GSM-Lizenz. Das Konsortium mit dem zweithöchsten Gebot kann ebenfalls eine Lizenz ergattern, wenn es das Gebot auf das Niveau des Höchstbieters erhöht. Die Vergabekommission soll bis Mitte September entscheiden, ab dem 10. Januar 2006 dürfen die neuen Netze ihren Betrieb aufnehmen. (Daniel AJ Sokolov) / (jk)