Sprachverarbeitung: Gehirn im Ăśberlagerungszustand

Arbeitet das menschliche Gehirn wie ein Computer? Zumindest bei der Sprachverarbeitung wahrscheinlich nicht, ergab ein Test.

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Von
  • Sascha Mattke

Das ĂĽbliche Modell der Kognitionswissenschaftler fĂĽr die Sprachverarbeitung betrachtet das menschliche Gehirn wie einen Computer: Informationen werden Schritt fĂĽr Schritt verarbeitet, wenn ein eindeutiges Ergebnis vorliegt. Wie eine Studie jetzt zeigte, gibt es wachsende Zweifel an dieser Annahme, berichtet Technology Review aktuell.

Forscher um den US-Psycholinguisten Professor Michael Spivey glauben gezeigt zu haben, dass der menschliche Geist Sprachinformationen nichtlinear verarbeitet und bis zum Endergebnis einen Überlagerungszustand einnehmen kann, wie er aus der Quantenphysik bekannt ist. Dazu ließen sie 42 Probanden mit Computermäusen auf das passende von zwei Bildern auf einem Monitor klicken, nachdem der Studienleiter das jeweilige Wort vorgegeben hatte.

Bei sehr verschiedenen Wörtern wie "Candle" und "Jacket" führten die Testpersonen den Mauszeiger in direkter Linie zum richtigen Bild. Bei ähnlich klingenden Begriffen wie "Candle" und "Candy" dagegen dauerte die Bewegung länger und nahm einen bogenförmigen Verlauf. Für Spivey ist das ein deutliches Zeichen für einen nichtlinearen Prozess in der Sprachverarbeitung, in dessen Verlauf sich das Gehirn in einer Art Grauzone befinde.

Siehe dazu in Technology Review aktuell: (sma)