SSD-Preise bleiben wider Erwarten stabil
Noch hat das Erdbeben in Japan keine Auswirkungen auf das hiesige SSD-Geschäft. Der Handel verzeichnet weder eine Allokation, noch steigen die HEKs. Bis auf wenige Ausnahmen sinken die Preise sogar. Eine Trendwende ist jedoch jederzeit möglich.
Mit wenigen Ausnahmen tendieren die HEKs für SSDs in den letzten Wochen kontinuierlich nach unten. Die Branche erwartet zwar eine Trendwende, im Mai scheinen die Preise aber zunächst nicht wieder nach oben zu gehen.
Die HEKs für Solid-State-Disks (SSDs) sinken im 5-Wochen-Rückblick teilweise im zweistelligen Bereich. Nur ein Teil des Abschlags lässt sich durch den Euro-Dollar-Wechselkurs erklären. Nach einem kurzzeitigen Preisanstieg, kaufen Fachhändler aktuell wieder in etwa auf dem Niveau von Anfang März. "Die zuletzt spekulativ kolportierten Preissteigerungen sind insgesamt eher moderat ausgefallen", bestätigt Ulf Kilper, Produktmanager RAM und Flash im Einkauf bei Devil. "Die Verfügbarkeit von SATA-2-SSDs ist sehr gut und die Preise sind entsprechend stabil. Bei SATA-3 – hier speziell OCZ Vertex 3 und Crucial M4 – übersteigt die Nachfrage aktuell die verfügbaren Mengen. Das geht marktüblich mit einem temporären Preisanstieg einher."
Die Nachfrage bezeichnet die Branche weiterhin als ungebrochen. "Diese kommt, wie auch in den vergangenen Monaten, primär aus dem B2C-Segment, aber auch Unternehmen ziehen den Einsatz von SSDs im Client-Umfeld immer stärker in Betracht", sagt Christian Marhöfer, Geschäftsführer bei Kingston Technology Deutschland. "Bei der Verfügbarkeit gibt es bei uns derzeit keinerlei Probleme. Aber generell ist der NAND-Chip-Markt von starken Unsicherheiten für die kommenden Monate geprägt. Diese können in den kommenden Wochen einen allgemeinen Preisanstieg bewirken." Zum gegenwärtigen Zeitpunkt geht Marhöfer aber von weiterhin stabilen Preisen aus.
"Am besten verkaufen sich MLC-SSDs mit einer Speicherkapazität von 80 und 120 bzw. 128 GByte", erläutert Florian Gerken, Senior Manager Components bei Ingram Micro Distribution. "Bei SLC-Laufwerken hingegen sind die Preise in Relation zu Kapazität und Leistung vergleichsweise zu teuer." Größere Kapazitäten werden eher in kleineren Stückzahlen nachgefragt. Im Kommen sind die neuen SATA-600-Modelle. Noch sind diese schlecht lieferbar, im Verkauf hält sich der Aufpreis von 10 bis 40 Euro, je nach Typ und Hersteller, für den Kunden im vertretbaren Rahmen.
Bei der Preisbeobachtung unterstĂĽtzten uns:
Actebis Peacock
B.com Computer AG
CTT AG
Devil AG
Ecom GmbH
Ingram Micro GmbH
Auch in der KW 18 ist im heise resale Preisradar die OCZ Vertex 3 mit 120 GByte und 6-Gbit-SATA (194,94 Euro netto) die meistgesuchte SSD. Seit der KW 13 ist das Laufwerk knapp fĂĽnf Euro im VK gĂĽnstiger geworden. Gesucht ist auĂźerdem Intels 120-GByte-SSD aus der 320 Serie (140,32 Euro netto). Ebenfalls unter den Top 10 der meistgesuchten SSDs und Festplatten, die Crucial RealSSD C300 (128 GByte/48,74 Euro netto), die Vertex 2 mit 60 GByte (76,38 Euro netto) von OCZ sowie die Retail-Version von Intels 320 Serie mit 120 GByte (144,99 Euro netto).
Auch wenn die Marktsituation derzeit nicht danach aussieht, der Fachhandel sollte in Punkto Preisgestaltung mittelfristig mit einer Trendwende rechnen. Davon geht auch Ingram-Manager Gerken aus: "In den kommenden zwei bis drei Wochen erwarten wir eine unveränderte Verfügbarkeit, bei leicht steigenden Preisen." (map)