Microsofts Authentifizierungsdienst Passport nicht mehr bei eBay

Das Authentifizierungssystem Passport von Microsoft soll eine einheitliche digitale Identität zur Nutzung unterschiedlicher Online-Dienste bereitstellen.

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  • JĂĽrgen Kuri

Das Online-Auktionshaus eBay will ab Ende Januar nicht mehr auf das Authentifizierungssystem Passport von Microsoft setzen. Allerdings ist bislang nicht offiziell bekannt, welches System zur Identifizierung und Authentifizierung der Anwender eBay künftig anwenden will. Passport steht in Konkurrenz mit dem System der Liberty Alliance -- die Initiative war 2001 von Sun zur Entwicklung einer digitalen Identität ins Leben gerufen worden.

Passport, als Teil von Microsofts .NET-Strategie gestartet, soll wie das System der Liberty Alliance den Internet-Anwendern etwa bei der Nutzung von Web-Diensten und beim Online-Einkauf Zeit und Mühe sparen, indem es eine einheitliche User-Identität gegenüber unterschiedlichen Anbietern bereitstellt. Passport füllt dafür beispielsweise automatisch die Daten für die Registrierung und Anmeldung bei den einzelnen Diensten aus. Das Microsoft-System war aber bereits recht früh wegen Sicherheits- und Datenschutzmängeln in die Kritik geraten -- selbst die EU-Kommission hatte von Microsoft Nachbesserungen beim Datenschutz in Passport gefordert.

Die Ankündigung von eBays Rückzug war der zweite große Rückschlag für Microsofts Vorhaben mit Passport im vergangenen Jahr: Im Herbst beendete bereits die Online-Jobbörse Monster die Nutzung des Systems. Microsoft erklärte, man werde weiter daran arbeiten, Partnern einen "sicheren und flexiblen Authentifizierungsdienst" anzubieten, berichtet das Wall Street Journal. Nach Informationen der Financial Times jedoch will sich Microsoft nun nicht mehr um den weiteren Ausbau des Dienstes bemühen, sondern ihn vor allem für firmeninterne Zwecke und die eigenen Webauftritte benutzen. (jk)