Canon stellt digitale Spiegelreflexkamera EOS 5D vor

Kurz vor der Funkaustellung in Berlin hat Canon zwei digitale Spiegelreflexkameras und einige Kompaktkameras vorgestellt.

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Von
  • Richard Jahn

Canon hat heute eine Reihe von neuen Kameras vorgestellt, worunter sich auch, wie schon vermutet, die digitale Spiegelreflexkamera EOS 5D befindet. Die Angaben aus einer ProduktbroschĂĽre in spanischer Sprache, die im Internet kursierte, stimmen also mit den offiziellen technischen Daten von Canon ĂĽberein.

Der CMOS-Sensor mit einer Auflösung von 12,8 Megapixel (4368 × 2912 Pixel) hat die Größe des 35mm-Kleinbild-Formats, weshalb die 5D den vollen Bildkreis der Objektive ohne Blickwinkelverkleinerung abbildet. Allerdings zeigen die meisten nicht speziell für Digitalkameras gerechneten Objektive bei Kameras mit Vollformatsensoren an den Bildrändern deutliche Randabdunklungen (Vignettierung) und eine geringere Detailschärfe, weil die Sensoren für schräg einfallendes Licht weniger empfindlich sind. Hiervon sind auch hochwertige Objektive betroffen.

Das Gehäuse der EOS 5D besteht aus einer Magnesium-Legierung, hat jedoch keinen Spritzwasserschutz. Einen eingebauten Blitz sucht man vergeblich. Wie die 20D besitzt die 5D einen 9-Punkt-Autofokus, der jedoch im AI-Servo-Modus mit zentralen AF-Punkt im zentralen Sucherkreis von sechs unsichtbaren Autofokus-Punkten unterstützt wird. So soll sich die Leistung des Autofokus bei bewegten Motiven verbessern. Die kürzeste Belichtungszeit beträgt 1/8000 Sekunde und die Empfindlichkeit des CMOS-Sensors liegt inklusive erweitertem Bereich zwischen ISO 50 und ISO 3200. Zwar nimmt die 5D nur drei Bilder pro Sekunde auf Compactflash-Karten auf, dann aber gleich bis zu 60 JPEG- oder 17 RAW-Bilder am Stück. Der Bildschirm hat eine Größe von 2,5-Zoll und eine Auflösung von 230.000 Bildpunkten. Der Blickwinkel soll sowohl horizontal als auch vertikal 170° betragen.

Mit der Picture-Style-Funktion stellt die Kamera sechs Voreinstellungen für verschiedene Motivsituationen (Standard, Portrait, Landchaft, Neutral, Natürlich und Schwarzweiß) zur Verfügung, denen man bei Bedarf drei eigene Kreationen hinzufügen kann. Die einzelnen Punkte nehmen Einfluss auf Schärfe, Kontrast, Farbton und Sättigung.

Für professionelle Fotojounalisten zeigt Canon die EOS-1D Mark II N. Die Kamera hat mit 8,2 Megapixeln zwar eine vergleichsweise niedrige Auflösung, nimmt aber mit einer Geschwindigkeit von 8,5 Bilder pro Sekunde 48 JPEGs oder 22 Bilder im RAW-Format in Folge auf. Der CMOS-Sensor ist mit 28,7 mm ×, 19,1 mm etwas kleiner als das Kleinbildformat, bildet also einen kleineren Bildwinkel ab. Kleinbildäquivalent "verlängert" sich so die Brennweite der Objektive um den Faktor 1,3x, was gerade Sportfotografen sehr entgegenkommt. Die 1D Mark II N nutzt den gleichen 2,5-Zoll-Monitor wie die 5D und bietet auch die oben angesprochenen Picture-Style-Funktionen. Dank zweier Kartenslots (Compactflash und SD) kann man bei gleichzeitiger Speicherung von RAW- und JPEG-Bildern beide Formate gleichzeitig auf getrennten Karten speichern.

Der Preis für die EOS 1D Mark II N liegt bei etwa 4500 Euro, während die EOS 5D circa 3500 Euro kosten soll und Ende September zu haben sein wird.

Passend zur 5D hat Canon ein hochwertiges Objektiv der L-Serie vorgestellt. Das EF 24-105 mm 1:4L IS USM hat einen Ultraschallmotor fĂĽr den Autofokus und einen optischen Bildstabilisator, der die Verwacklungsgefahr bei langen Verschlusszeiten deutlich reduziert.

Außer den beiden digitalen Spiegelreflexen hat Canon noch einige Kompaktkameras vorgestellt. Die Ixus 750 und die Ixus 55 haben gegenüber ihren Vorgängern im Prinzip nur einen größeren Bildschirm, die Auflösungen blieben mit 7 und 5 Megapixeln gleich. Der Ixus i wurde ein 2,5-fach Zoomobjektiv spendiert, ansonsten besitzt sie den üblichen Funktionsumfang der Kompaktklasse.

Auch die preiswerte A-Klasse von Canon wurde runderneuert: Die A610 und die A620 lösen die A95 ab. Sie bieten Auflösungen von 5 und 7 Megapixeln und arbeiten nun mit dem flotten DIGIC-II-Prozessor, der in allen neuen Canon-Kameras steckt. Das 2-Zoll große Display ist klapp- und schwenkbar. Beide habe ein Objektiv mit 4-fach-Zoom (35 - 140 mm äquivalent Kleinbild). Die A410 nutzt 3,2 Megapixel und ein lichtschwächeres Objektiv mit 3,2-fachem Zoom, ansonsten steht sie den anderen Modellen im Funktionsumfang kaum nach.

Die neue S80 hat einen 8 MP-Sensor und ein Objektiv mit echtem Weitwinkel von kleinbildäquivalenten 28 - 100 mm. Auf der Gehäuserückseite befindet sich ein Monitor mit 2,5-Zoll Bilddiagonale und ein Scrollrad, ähnlich wie an den hochwertigeren Spiegelreflexkameras. Gleichzeitig dient das Rädchen auf Druck als 4-Wege-Schalter.

Als Speichermedium nutzen alle neuen Kompaktkameras SD-Karten. (rij)