Bill Gates rührt die Werbetrommel für SharePoint Server 2007

Die Applikation soll Enterprise Content Management (ECM) aus einem Guss bieten sowie den Informationsaustausch in Firmen durch Wikis, Blogs und RSS-Feeds voranbringen. Partnerunternehmen sind eingeladen, SharePoint mit eigenen Entwicklungen zu ergänzen.

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Von
  • Sven-Olaf Suhl

Auf der ersten SharePoint-Konferenz von Microsoft präsentierte Chairman and Chief Software Architect Bill Gates seine Vision vom Enterprise Content Management (ECM) und hob die Rolle hervor, die nach dem Willen der Redmonder dabei SharePoint Server 2007 einnehmen soll. Die Applikation soll wesentlich einfacher bedienbar sein und stabiler laufen als die bestehende SharePoint-Version 2003, die über 75 Millionen Lizenznehmer gefunden hat. Die Zusammenarbeit und der Informationsaustausch in Unternehmen soll dank RSS-Feeds, Blogs und Wiki-Funktionen auf eine neue Stufe gehoben werden. Analog zur firmenweiten Verbeitung des Office-Programmpakets seit 1995, das inzwischen nahezu jedem Mitarbeiter Werkzeuge für Textverarbeitung und Tabellenkalkulation in die Hand gibt, sollen die neuen Formen des Nachrichtenaustauschs allen Firmenmitgliedern zur Verfügung stehen, um ECM ins Rollen zu bringen.

In einer Eloge auf SharePoint Server 2007, die Gates vor rund 1300 Kunden und Industrievertretern in Bellevue, Washington, vortrug, beschrieb er SharePoint 2007 als Plattform für alle Arten der Zusammenarbeit in und zwischen Unternehmen. Hierfür habe man neue Maßstäbe in Sachen Software, Bedienfreundlichkeit und Sicherheit gesetzt. SharePoint Server 2007 soll die Speicherung und Verwaltung von Dateien, einschließlich Audio- und Videodaten, ermöglichen, was durch umfassenden XML-Support und die Leistungsfähigkeit von 64-Bit-Windows-Servern sicher gestellt werde. Die Leistungsfähigkeit dieser Server übertrifft Gates zufolge inzwischen jene teurerer UNIX-Server.

Schon im März hatte Gates auf der CeBIT und auf der kundenorientierten Convergence 2006 seine Vorstellungen von der Zukunft von Firmen-Software präsentiert und es verstanden, die in seinem Wortschatz reichlich vorhandenen Buzzwords mit Inhalten zu füllen. Auch in der aktuellen Lobeshymne auf SharePoint 2007 finden sich greifbare Beispiele dafür, wie der kollaborative Informationsaustausch über das Niveau gehoben werden kann, das Gates mit dem Herumsenden von E-Mail-Attachments oder dem Ausdrucken von Nachrichten beschreibt: So sollen Kollegen, aber auch Zulieferer und andere Geschäftspartner jederzeit Zugriff auf aktuell benötigte Dokumente erhalten, ohne dass diese erst per E-Mail versendet und später individuell aufgefrischt werden müssen. Modernes ECM soll es zudem auch berechtigen externen Nutzern ermöglichen, auf Informationen zuzugreifen und die Wissensbestände – zum Beispiel per Blog oder Wiki – auszubauen.

Zeitsparender als in Gates' Bellevue-Rede, deren Transkript nahezu 60.000 Zeichen lang ist, lässt sich die ECM-Vision indes in einer Flash-Päsentation von SharePoint Server 2007 auf der Microsoft-Website ansehen. Auch bei der Rolle von Partnern für die ECM-Zukunft überlassen die Redmonder nichts dem Zufall. Diese lädt Microsoft ein, seine Applikation zu erweitern und auszubauen. Die Einhaltung von Microsoft-Standards selbstredend vorausgesetzt, könnten diese das ECM-Paket durch eigene Programme abrunden. Mit der Übernahme von ProClarity hat sich Microsoft im April einen bisherigen Partner gleich selbst einverleibt: Der Spezialist für Business Intelligence (BI) liefert Komponenten für Microsofts BI-Plattform, die Manager mit entscheidungsrelevanten Daten (zum Beispiel Absatzentwicklung) versorgt oder Data Mining ermöglicht. (ssu)