Großes Interesse an Ceský Telecom
Die Regierung Tschechiens hat sich auf eine Kompromissvariante für die Vollprivatisierung der noch zu 51,1 Prozent staatlichen Ceský Telecom (CT) geeinigt.
Die Regierung Tschechiens hat sich auf eine Kompromissvariante für die Vollprivatisierung der noch zu 51,1 Prozent staatlichen Cesk? Telecom (CT) geeinigt. Zunächst soll ein einzelner Käufer gefunden werden. Sollte dabei kein ansprechendes Gebot abgegeben werden, soll das Unternehmen über die Prager Börse versilbert werden. Angesichts der zahlreichen Interessenten ist diese Variante aber eher unwahrscheinlich. Der Kurs der tschechischen Krone hat indes weiter angezogen, da der Kaufpreis in der Landeswährung zu entrichten sein wird. Die tschechische Regierung erwartet einen Erlös von umgerechnet 1,5 bis 2,1 Milliarden Euro.
Potenzielle Käufer müssen sich bis 21. Januar bei der Regierung registrieren. Für die dabei zu entrichtenden 30.000 Euro Gebühr erhalten sie Unterlagen über das Unternehmen. Für den 3. Februar ist die erste Runde noch nicht bindender Offerten geplant, bis Ende März will die Regierung den Käufer gefunden haben. Bereits neun Unternehmen sollen am Hradschin, dem Prager Regierungssitz, vorstellig geworden sein: Neben vier Finanzinvestoren sind dies Swisscom, TDC (früher als Tele Danmark bekannt), Telefónica, TeliaSonera und Vodafone. Als weitere Interessenten werden beispielsweise Belgacom und France Telecom gehandelt.
Auch Telekom Austria ist im Gespräch, allerdings steht diese vor der Übernahme der bulgarischen Mobiltel. Während die Mobiltel-Übernahme immerhin teilweise aus dem Cash Flow finanziert werden kann, müsste ein Kauf der CT zur Gänze durch neue Schulden finanziert werden. Die Deutsche Telekom wird ausnahmsweise nicht als möglicher Käufer genannt, weil sie in Tschechien bereits als Mobilfunk-Netzbetreiber am Markt und damit Konkurrentin der CT-Tochter Eurotel (Praha) ist. (Daniel AJ Sokolov) (jk)