CPUs: Sandy-Bridge im Kommen – warten auf Bulldozer
Nach einem kurzzeitigen Engpass sind nahezu alle Intel-CPUs in ausreichender Menge verfügbar. AMD versucht den Abverkauf zunehmend über günstige Preise zu forcieren – hier warten viele schon auf die nächste CPU-Generation.
Die HEKs der gefragten Sandy-Bridge-Modelle tendieren leicht nach unten, halten aber ein stabiles Niveau. Den i5 650 kaufen Reseller dagegen seit der KW15 um bis zu 14 Prozent gĂĽnstiger.
Die Nachfrage nach Prozessoren entspricht im zweiten Quartal bisher in etwa dem Volumen in den ersten drei Monaten des Jahres. "Wobei sich die Abverkäufe von Clarkdale (Sockel 1156) hin zu Sandy-Bridge (Sockel 1155) verschieben", erklärt Markus Harbach, Leiter Einkauf bei Wave Computersysteme. "Die neuen 2-Kern-CPUs, die seit letzter Woche erhältlich sind, werden noch nicht ganz so gut angenommen wie im Vorfeld gedacht. Sobald die alten Dual-Core-Prozessoren mit Sockel 775 vom Markt verschwunden sind, findet hier aber mit Sicherheit eine Verschiebung statt."
"Am erfolgreichsten verkaufen sich derzeit CPUs im unteren bis mittleren Preissegment (E5700 und i3 540), gefolgt von der neuen Sandy-Bridge-Familie, dort besonders die K-Modelle zum Ăśbertakten", sagt Reinhard Daners, BU Manager Components bei Actebis Peacock. "Bei den AMD-Chips laufen die Athlon II X2 250, AM3 Dual Core 3000MH und 240e Dual Core 2800MH am besten."
Bei AMD geht der allgemeine Trend zu gĂĽnstigeren HEKs, die Preise der Modelle Phenom X4 965 bzw. X6 1055T sind beispielsweise seit Ende April im zweistelligen Bereich gefallen.
Ebenfalls gefragt sind AMDs Phenom X4 955 sowie der Phenom X6 1090T. "Vom Preis-/Leistungs-Verhältnis sind die Phenom X4- und X6-CPUs momentan unschlagbar gut", meint Wave-Manager Harbach. Insgesamt versucht sich der Hersteller aber momentan durch Preissenkungen über die Runden zu bringen. Die Kundschaft erwartet eine baldige Einführung der Bulldozer-Generation auf Sockel AM3+.
Der durchschnittliche Angebotspreis im Online-Handel ist laut heise resale Preisradar in der KW 22 um 11,6 Prozent auf 881,81 brutto eingebrochen. Am meisten gesucht sind nach wie vor die beiden Intel-CPUs i5-2500K (169,90 Euro brutto) und i7-2600K (241,90 Euro brutto).
VK für Mainboards rückläufig
Auch bei Mainboards geht die Tendenz nach unten. Der durchschnittliche Angebotspreis sinkt um 9,3 Prozent auf 88,36 Euro. Unter den Top 10 der meistgesuchten Mainboards finden sich fĂĽnf Asus-Platinen, drei Asrock- sowie zwei Gigabyte-Boards.
"Das Mainboard-Geschäft ist im zweiten Quartal bisher – entsprechend der saisonalen Erwartungen – etwas zurückhaltend verlaufen", erläutert Florian Gerken, Senior Manager Business Unit Components bei Ingram Micro Distribution. "Am meisten verkaufen sich derzeit die Produkte Asus P8P67, MSI H61M-E31 sowie Asrock E350M1/USB3. Aber auch die Fusion-Mainboards von AMD laufen sehr vielversprechend an." Die Lieferengpässe, die im April noch das Segment prägten, haben sich entspannt. Auch hier bleiben die Geschehnisse in Japan bisher ohne Folgen. Gerken rechnet in den kommenden Wochen mit einer steigenden Nachfrage, guter Verfügbarkeit der Produkte und stabilen Preisen.
Bei der Preisbeobachtung unterstĂĽtzten uns:
Actebis Peacock
B.com Computer AG
CTT AG
Devil AG
Ingram Micro GmbH
"Der zur Zeit wenig stabile US-Dollar-Kurs, Lagerbereinigungen und Importe aus dem Ausland werden vermutlich größere Preisschwankungen bei den Prozessoren verursachen", erwartet dagegen Actebis-Peacock-Manager Daners. "Technisch ist nicht mit signifikanten Neuerungen zu rechnen. Die neuen Intel-Prozessorfamilien werden weiter an Wichtigkeit gewinnen." (map)