Sony will LCD-Fabrik kaufen
Sony möchte die LCD-Produktionsstätte von Chei Mei übernehmen und in eine OLED-Fabrik umwandeln.
Sony verhandelt mit der taiwanischen Chi-Mei-Gruppe über die Übernahme einer Produktionsstätte für LCD-Panels. Die im japanischen Yasu gelegene Fertigungsanlage der dritten Generation, in der 550 mm × 650 mm große Glassubstrate verarbeitet werden können, ist für LC-Panels in Diagonalen bis maximal 18-Zoll ausgelegt. Ursprünglich war es eine IBM-eigene Fabrik, in der das Joint Venture Display Technology Inc. von IBM und Toshiba innovative LCDs fertigte. Die DTI löste sich Mitte 2001 auf, im September des Jahres schloss IBM dann mit Chi Mei Optoelectronics das Joint Venture International Display Technology, in dem die Chei-Mei-Gruppe Hauptanteilseigner wurde. Seither werden dort unter dem IDTech-Banner Panels für LCD-Monitore gefertigt.
Die Fertigungsstätte in Yasu möchte Sony in eine Fabrik für OLEDs mit LTPS-Transistoransteuerung (Low Temperature PolySilicon) umwandeln. Damit könnte sich der Unterhaltungsriese eine gute Basis für das zukunftsträchtige Geschäft mit organischen Displays schaffen. In Yasu wurde schon im März 2003 der Prototyp eines 20-zölligen OLEDs auf Basis amorphem Siliziums gefertigt.
Im April letzten Jahres hatte sich Sony durch das Joint Venture S-LCD Corp. mit Samsung Zugang zu eigenen LCD-Panels verschafft. In der Fabrik der siebten Generation im koreanischen Tangjeong sollen ab dem zweiten Quartal dieses Jahres große Panels mit 30- und 40-Zoll-Diagonalen für LCD-TVs vom Band laufen. Zugriff auf kleine und mittlere Displaygrößen sicherte sich Sony bereits 1997 durch eine Partnerschaft mit Toyota Industries Corp. im Joint Venture ST LCD. Die Fabrik ist auf LC-Displays mit LTPS-Technik für Mobil- und Automobil-Anwendungen spezialisiert. Zusätzlich werden dort in kleinen Stückzahlen OLED-Panels gefertigt. (uk)