Schnelle SSD nur mit SATA 6G?

Mein Notebook möchte ich mit einer Solid-State Disk auf Trab bringen. Die schnellsten SSDs besitzen aber eine SATA-6G-Schnittstelle. Reicht der SATA-II-Anschluss meines Notebooks für solche SSDs nicht mehr aus?

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Mein Notebook möchte ich mit einer Solid-State Disk auf Trab bringen. Die schnellsten SSDs besitzen aber eine SATA-6G-Schnittstelle. Reicht der SATA-II-Anschluss meines Notebooks für solche SSDs nicht mehr aus?

Vermutlich bringt es wenig, eine besonders schnelle SSD in ein Notebook einzubauen – aber nicht etwa wegen der SATA-II-Schnittstelle, sondern weil eine extrem schnelle SATA-6G-SSD im Vergleich zu einer guten SATA-II-SSD kaum spürbare Vorteile bringt.

Per SATA 6G (6 GBit/s brutto) lassen sich theoretisch 600 MByte an Daten pro Sekunde übertragen, per SATA II nur die Hälfte. Im Vergleich zu einer klassischen Magnetfestplatte liegt der größte Vorteil einer Solid-State Disk jedoch nicht in der unter Umständen höheren Datentransferrate, sondern vor allem bei den extrem kurzen Zugriffszeiten. Die schnellsten SATA-6G-SSDs erreichen bei sequenziellen Zugriffen zwar Datentransferraten von mehr als 400 MByte/s, aber das entspricht „nur“ ungefähr dem Faktor vier gegenüber den schnellsten Zonen einer Notebook-Festplatte (2,5 Zoll, 7200 U/min) oder Faktor drei bei 3,5-Zoll-Festplatten. Während jedoch die schnellsten Notebook-Festplatten schätzungsweise 150 Ein-/Ausgabeoperationen pro Sekunde schaffen (IOPS), erreichen die besten SSDs über 55 000 IOPS – also Faktor 366. Hohe IOPS-Zahlen lassen sich auch via SATA II erreichen, hier bringt SATA 6G keinen wesentlichen Vorteil.

Benchmarks mit Anwendungssoftware sowie praktische Experimente zeigen überdies, dass sich ein PC mit extrem schneller SSD nicht wesentlich zügiger „anfühlt“ als mit einer guten SATA-II-SSD. Beide Konfigurationen sind jedenfalls deutlich flotter als mit den schnellsten Magnetfestplatten. SATA-6G-SSDs schlucken aber typischerweise mehr Energie als SATA-II-SSDs, einige verbraten sogar gut doppelt so viel Leistung wie typische Notebook-Festplatten. Im Hinblick auf die Akkulaufzeit ist es sinnvoll, für ein Notebook eine zumindest im Leerlauf sparsame SSD zu wählen. (ciw)